Libro: Der letzte Akt

Die Kripo-Ermittlungen zum Libro-Konkurs sind abgeschlossen. Vorstände, Aufseher und Prüfer werden wegen betrügerischer Krida und Untreue angezeigt.

Der Libro-Crash 2002 war nach den Insolvenzen von Konsum und Maculan der drittgrößte Konkurs in der Geschichte der Zweiten Republik. Doch als der Buch- und Papierhändler in die Pleite schlitterte, waren womöglich weder Pech noch Pannen daran schuld. Geht es nach den Polizisten des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Ermittlungsbereich Wirtschaftskriminalität, ist die Causa Libro ein spektakulärer Kriminalfall, bei dem die Eigentümer so viel Geld aus der Firma holten, dass Libro zwangsläufig pleite ging.

Vier Jahre dauerten die Ermittlungen. Vor allem die um ihr Investment umgefallenen Tausenden Kleinaktionäre warteten gespannt auf deren Ergebnisse. Nun liegt bei der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt eine in vier Schriftsätze unterteilte Strafanzeige der Kripo gegen zehn ehemalige Libro-Organe. Die hat es in sich: Vorstände, Aufsichtsräte und Wirtschaftsprüfer werden wegen Verdachts auf betrügerische Krida, Untreue und falsche Bilanzerstellung angezeigt. Strafmaß: je bis zu zehn Jahre Haft.

FORMAT liegt das 250 Seiten starke Papier (Aktenzahl GZ P-105.371/02-Wi) exklusiv vor. Im Mittelpunkt des von der Kripo gezeichneten dramatischen Bildes von der Libro-Pleite steht eine Sonderdividende, die sich die Libro-Altaktionäre kurz vor dem Börsengang des Konzerns 1999 auf Basis einer mutmaßlich manipulierten Bilanz für ’98/99 genehmigten.

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