Letzte Schlacht um die Krone

Eskalation im Krieg ums große Kleinformat: „Krone“-Boss Hans Dichand und Hälfte-Eigner WAZ drohen einander mit neuen Klagen.

Freitag kurz vor Mittag ist am Flughafen Wien-Schwechat die Landung eines in Essen gestarteten Lear-Jets avisiert. Um Punkt zwölf Uhr finden sich dann drei Spitzenmana-
ger des Zeitungskonzerns Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Erich Schumann, Lutz Glandt und Bodo Hombach, in der noblen Ringstraßenherberge „Grand Hotel“ ein.

Dort ist eine Gesellschaftersitzung von Österreichs größtem Boulevardblatt, der „Kronen Zeitung“, angesetzt, an der die WAZ 50 Prozent hält: Im exklusiven Meeting-Raum im sechsten Stock ist eine emotionsgeladene Auseinandersetzung programmiert, wenn das WAZ-Trio samt Rechtsberatern und Wien-Statthalter Friedrich Dragon auf „Krone“-Hälfte-Eigner Hans Dichand trifft. Der wird von seiner neuen Anwältin, Haider-Advokatin und Ex-Böhmdorfer-Partnerin Huberta Gheneff-Fürst, begleitet. Grund für die neue Eskalation im seit Jahresbeginn tobenden Krieg um die „Krone“: Neun Monate nachdem Dichand über Nacht und gegen den Willen der Deutschen seinen Sohn Christoph als Chefredakteur inthronisiert hatte, fliegen erneut die Fetzen – in wirtschaftlich harten Zeiten stehen jetzt jahrelange Klagen und Gegenklagen im Raum.

Im Vorfeld der Freitagssitzung belauerten einander beide Lager, offizielle Statements sind rar. Hinter den Kulissen lancierte die WAZ Hans Dichands Fabelgage von sagenhaften 713.346,21 Euro brutto monatlich, die ihm seit dem Verkauf der Hälfteanteile 1987 zustehen: Der 82-jährige Zeitungszar fordert nun eine Erhöhung seines vertraglich fixierten und monatlich ausbezahlten Vorabgewinns auf künftig 739.390,48 Euro.

Der Clash der beiden alten Männer. Reaktion seines 72-jährigen Erzrivalen Erich Schumann („Dichands Zeit ist abgelaufen“): Er will Dichand nur die Hälfte seines monatlichen Vorabgewinns zugestehen und droht bereits unverhohlen mit einer Klage. Die Argumentation des Deutschen: Dichand habe die Funktion des Chefredakteurs an Sohn Christoph abgetreten, als Hauptgeschäftsführer und Herausgeber stehe ihm daher nur die halbe Gage zu.

Noch schwerer wiegt eine vom Wiener WAZ-Anwalt Daniel Charim ausgeheckte Strategie gegen den Dichand-Clan. Die Argumentationslinie: Anstatt 70 Millionen Euro in den Jahren davor betrug der Vorjahresgewinn des Verlages gerade noch 28,8 Millionen Euro. Weil Dichands zwölf Monatsportionen an Vorabgewinnen bereits einen erheblichen Teil seiner Hälfteportion am Gesamtgewinn verschlinge, soll er nun Gagenverzicht üben.

Dichands Gegenargumentation: Der Vorabgewinn ist seit 15 Jahren eine fixe Summe, die allerdings indexgesichert ist. Nach dieser Indexregelung stehe ihm heuer die geforderte Erhöhung zu.

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