Leo Pruschak: Der Heldenmacher

Raiffeisen-Werbechef Leo Pruschak setzt mit der Verpflichtung der beiden Nationalhelden Hermann Maier und Markus Rogan neue Standards im Sportsponsoring.

Wäre Leo Pruschak, 48, nicht selbst ein begeisterter Sportler und überzeugter Patriot, so müsste er zurzeit die Schampuskorken knallen lassen.

Denn durch die beinahe schon unheimliche Siegesserie des Amerikaners Bode Miller zum Auftakt des heurigen Ski-Weltcups erspart sich der umtriebige Chef der Raiffeisen Werbung eine schöne Stange Geld.

FORMAT-Recherchen fördern nämlich eine Überraschung zutage. Der im September um weitere drei Jahre verlängerte Sponsorvertrag zwischen Raiffeisen und Superstar Hermann Maier enthält eine Reihe von leistungsbezogenen Klauseln: Sollte der Herminator weiter hinter Miller herfahren und weder Weltcup-Gesamtsieg noch Einzelwertungen gewinnen, so wird er deutlich weniger verdienen als die Million Euro in den Jahren davor. Pruschak bestätigt: „Es ist richtig, dass wir auf Wunsch des Hermann eine stärker leistungsorientierte Bezahlung vereinbart haben.“

Gleich im Jänner muss der im 22. Dienstjahr unter dem Giebelkreuz tätige Manager mit erfreulichen Terminkollisionen kämpfen. Die knifflige Frage lautet: Welchen seiner beiden Superstars soll sich Pruschak – sein jüngerer Bruder Wilfried managt die Informatik bei Raiffeisen – live anschauen?

Zur Auswahl stehen der Saisonhöhepunkt mit Skikaiser Hermann Maier während des traditionellen Hahnenkamm-Wochenendes in Kitzbühel und Pruschaks neues Zugpferd Nummer zwei – Markus Rogan, der zur selben Zeit Weltcup-Events in Stockholm und Berlin bestreitet: Mit der Verpflichtung des Schwimm-Superstars ist dem „Leo, der Erfolg antizipiert und der mir wegen seiner menschlichen Qualitäten imponiert“ (Paul Schauer, Präsident des Schwimmverbandes OSV und Chef der größten Media-Agentur Omni-Media) ein weiterer Glücksgriff gelungen, mit dem Raiffeisen seine herausragende Position im Sportsponsoring zementiert.

Geschafft hat das ein Mann, der nie als typischer Raiffeisen-Manager galt und sich seine heute unantastbare Position erst mühsam erarbeiten musste: Pruschak, der jeden Tag von Wiener Neustadt zur Arbeit anreist, wurde 1994 zum Chefwerber bestellt. In den zwölf Jahren davor hatte er für seine Chefs mit der Verpflichtung von Werbepartnern wie Niki Lauda, Gerhard Berger oder Thomas Muster das Fundament für den späteren Erfolg gelegt.

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