Leben mit Luxus: Österreichs reichste Frauen

Wie Österreichs reichste Frauen mit ihren Millionen umgehen und was sie über Reichtum denken. Die meisten Millionärinnen haben ihr Vermögen geerbt. Aber einige haben es auch selbst geschaffen.

Frauen sind anders. Sie sind sogar anders reich als Männer. Die Bescheidenheit, die im Gespräch mit millionenschweren Frauen durchklingt, weckt unweigerlich Erinnerungen an Mutter Teresa. Was tun diese Damen, wenn sie einmal so richtig über die Stränge schlagen? „Ich kaufe mir ein Taschenbuch und nehme mir die Zeit, es zu lesen“, sagt Angelika Kresch. Als Mitgründerin und CEO der steirischen Auspuff-Firma Remus hat Kresch die Firma in 14 Jahren von einem kleinen Werk mit fünf Mitarbeitern zur Marktführerschaft (Jahresumsatz 2003: 82 Millionen Euro; 700 Mitarbeiter) gepusht. Daneben wurden zwei Kinder zu verantwortungsbewussten Erwachsenen erzogen: Sohn Bernd, 33, ist bereits im Betrieb engagiert, Tochter Sonja, 21, studiert BWL, jobbt nebenbei und soll später ebenfalls ins Familienunternehmen einsteigen. Dann wird Angelika Kresch in Pension gehen und das tun, wofür sie nie Zeit hatte: „Golf spielen, die Enkelkinder betreuen und den Herrgott einen guten Mann sein lassen.“

Aber nicht nur der selbst erarbeitete, über Jahre gewachsene Reichtum weckt den Impuls, sich bescheiden zu präsentieren. Auch in die Wiege gelegte Finanzreserven in Millionenhöhe hemmen jene Protzambition, die männliche Big Spender so gern mit Statussymbolen wie dem dicken Auto, der dünnen Freundin, mit Villen, Yacht und exotischen Hobbys ausleben. „Ich führe ein ganz normales Leben“, erklärt Sacher-Erbin Alexandra Gürtler, 28. „Ich sitze jeden Tag im Büro, treffe abends Freunde, gehe ins Kino oder ins Theater.“ Die auf 200 Millionen Euro geschätzte junge Frau betont, nicht mit dem „goldenen Löffel im Mund“ aufgewachsen zu sein: „Meine Eltern haben immer deutlich gemacht, dass man sein Geld hart erarbeiten muss.“ Dass sie immer wieder mit Neid konfrontiert ist, wurmt sie. „Man sieht mich als Erbin und übersieht, dass ich jeden Tag alles gebe, um meinen Beruf gut zu machen, in dem einem absolut nichts geschenkt wird.“

Gönnen sich die Damen wirklich so wenig Luxus? Oder wollen sie ihn einfach nur nicht zugeben? Möbelhaus-Millionärin Friederike Koch (Leiner und Kika) lässt sich immerhin entlocken, dass sie pro Monat 3.000 bis 5.000 Euro ausgibt – das meiste für Kleidung. Am liebsten für Design von Versace, Valentino und Ungaro. Seit ihre Modelfigur Geschichte ist – „in jungen Jahren wog ich 55 Kilo und war fetzennarrisch“ –, hat die Shopping-Leidenschaft nachgelassen, zum Wohl ihrer beiden Kinder: „Wenn ich heute noch die Figur hätte, würden sie keine zehn Cent erben“, erzählt sie lachend.

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