Lautlose Panzerknacker

Die Kripo sucht fieberhaft nach dem millionenteuren Meinl-Schmuck. FORMAT präsentiert die mysteriösen Details über den Einbruch des Jahres.

Tutanchamun kommt nach Wien. Wenn im März mehr als 140 Exponate aus dem Grab des berühmten Pharaos im Wiener Völkerkundemuseum ausgestellt werden, ist das maßgeblich einem Mann zuzuschreiben: Nikolaus Barta. „Wir haben die Ausstellung vermittelt“, sagt er stolz. Dabei sei das gar nicht sein Hauptjob. Der besteht in erster Linie in der Vermittlung von Kunstversicherungen wie etwa auch für Tutanchamuns Goldschmuck – die Deckungssumme: runde 500 Millionen Euro.
Neben Relikten aus dem Altertum kümmert sich Barta auch um die Luxusgüter des österreichischen Geldadels. Sein spektakulärster Fall ist derzeit der Einbruch in der Meinl-Villa in Wien-Döbling. „In Südfrankreich kommen Einbrüche ähnlicher Dimension mehrmals in der Woche vor“, weiß Barta. „In Österreich ist das eine Seltenheit.“ Versichert sei Meinl bei der britischen Hiscox Insurance Company Limited. Einer Assekurranz, der weltweit mehr als ein Dutzend königlicher Familien ihr Vertrauen schenken. „Wir zahlen auch bei grober Fahrlässigkeit. Andere Versicherer schließen das aus“, sagt Barta, der die Kundenbeziehung zu Meinl nicht kommentieren will: „Von unserer Seite ist der Fall so gut wie erledigt.“
Hiscox wird die Schadenssumme von rund 2,4 Millionen Euro für den entwendeten Schmuck in den nächsten Wochen kommentarlos überweisen. Für die Wiener Kriminalpolizei ist die Causa Meinl aber noch längst nicht gegessen. Denn die Umstände rund um den Einbruch des Jahres wirken teils sehr mysteriös. Zur Rekonstruktion des Tathergangs sprach FORMAT mit Polizisten, Mitarbeitern und Freunden der Familie Meinl. Das Ergebnis der Recherchearbeit: Monatelange Planung und detailliertes Wissen über die Wohn- und Lebensgewohnheiten des Clans waren nötig, um den Millionencoup über die Bühne zu bringen.

Polizeimajor Manfred Briegl, Bezirksinspektor Wolfgang Kremser und deren Kripo-Team arbeiten derzeit fieberhaft daran, die Schmuckdiebe dingfest zu machen. Aus Tatortberichten sowie aus den Einvernahmen der Meinls und deren Dienstboten geht hervor, was sich in der Nacht auf den 28. November ereignet haben dürfte:
Vor dem Morgengrauen des Mittwochs schlugen die Einbrecher in der Grinzinger Straße 58 zu. Nachdem sie einen 1,5 Meter hohen Maschendrahtzaun im hinteren Teil des Grundstücks überwunden hatten, worauf abgebrochenes Schilf hinweist, schlichen die Eindringlinge durch den Garten, vorbei an Bäumen und Sträuchern, zur Villa. Ein erster Einbruchsversuch am linken Häuserflügel missglückte, daher probierte es die Bande beim Wintergarten nochmals, diesmal mit Erfolg: Ein Türfenster wurde eingeschlagen, der steckende Schlüssel umgedreht, und – voilà – der Zugang zur Villa war geschafft.

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