„Kultiger öffentlicher Raum“

Wie Spar-Chef Gerhard Drexel seine Läden jetzt auf Lifestyle trimmt und damit im Lebensmittelhandel zunehmend die Spielregeln bestimmt. Plus: Drexel im FORMAT-Interview.

Die Golden Gate Bridge war Vorbild: Spar nahm Kontakt mit der Verwaltungsbehörde des Wahrzeichens von San Francisco auf, um für die Stahlkonstruktionen ihres Salzburger Einkaufszentrums Europark deren Rot verwenden zu können.

Der vom italienischen Stararchitekten Massimiliano Fuksas entworfene tageslichtdurchflutete Konsumpalast mit zweischaliger Glasfassade (Slogan „Shopping of Modern Art“) hat dank solcher Raffinessen seit der jüngsten Eröffnung des zweiten Bauteils in Salzburg selbst Wahrzeichenstatus. Eine Architekturzeitschrift kürte ihn zum schönsten Shoppingcenter Europas, das wirtschaftlich erfolgreichste Österreichs – nach Umsatz je Quadratmeter – ist er ohnedies.

Die für die Europark-Erweiterung angefallenen 88 Millionen Euro, die größte Einzelinvestition in der Spar-Geschichte, sind Teil einer Modernisierungswelle, die durch die gesamte Gruppe rollt: Sogar 300 der 720 selbständigen Spar-Kaufleute sind bereits mit Glas-Stahl-Holz-Architektur im neuen Einkaufszeitalter gelandet. 180 Millionen Euro Investitionsrahmen (inklusive Expansionsbudget) allein für 2005 ermöglichen auch den Relaunch der Spar-Supermärkte, Eurospar- und Interspar-Märkte. Das biedere Grün der Tanne weicht dabei zusehends dem aggressiveren Rot des Schriftzugs. Bei den Shoppingcentern ist Spar-Boss Gerhard Drexel mit der Eröffnung des zeitgeistigen Konsumtempels Q19 auch in Wien Architekturexperten aufgefallen.

„Store-Branding wird wichtiger. Äußere Optik beeinflusst die Wahrnehmung der Inhalte. Wer nach Lifestyle aussieht, dessen Produkten unterstellt die Kundschaft Lifestyle-Charakter“, so Frido Berger, Chef der Handelsberatung FCB Retail.

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