Krieg der Generationen

Ego-Generation gegen Rentenkaiser – eine FORMAT-Umfrage dokumentiert, wie sehr sich im Kampf zwischen Eltern und Kindern die Fronten verhärten.

Die berüchtigte Technoformation D-JMC, wie sie live on stage wütet: Stiege Elisabeth Gehrer, 61, diesen Freitag ins Wiener In-Lokal „Soho“ hinab, die wummernden Beats aus den Bassreflexboxen würden ihr sensibles Gehör wie Maschinengewehrsalven malträtieren.

Was der traditionsbewussten VP-Bildungsministerin aber dann noch den Rest gäbe: Es sind nicht etwa zottelige Hippie-Epigonen mit Hosenboden in der Kniekehle, die sich da zu nachtschlafender Stunde in der verrauchten Spelunke in Trance tanzen, sondern propere Bürgertwens in Designerpolos, Tweedsakkos und Timberlands – es ist ausgerechnet die sonst so bodenständige schwarze Parteijugend, die da zum Exzess in den innerstädtischen Orkus lädt. „Music from 70s up2now“, lockt die JVP in den schnoddrigen Hieroglyphen der Jetztzeit. Und weiter: „Have Party – Free entry, Free drinks until 2300.“

Damit ist wohl alles gesagt: Verrenkungen bis zur totalen Erschöpfung, Alkohol bis zur temporären Zeugungsunfähigkeit, Generationenkrieg bis zum frühmorgendlichen Abwinken.

Potenzielle Mamas und Papas ohne Lust auf Putzerln gegen potenzielle Omas und Opas ohne Chance auf Enkerln, das ist mittlerweile jedoch weitaus mehr als ein harmloser Proteststurm im Wodkaglas. Von der VP-Vizeparteichefin nachhaltig an seine familienplanerischen Pflichten erinnert, schlägt Österreichs hedonistisches Party-Imperium nun gnadenlos zurück – gegen Gehrer im Speziellen, die Politik im Allgemeinen, aber vor allem gegen die Elterngeneration.
Eine druckfrische Studie (Sample: 500), die das Meinungsforschungsinstitut OGM im Auftrag von FORMAT diese Woche durchführte, belegt, wie starr die Fronten im Generationenkrieg mittlerweile tatsächlich sind.

OGM wertete die Daten unter zwei besonderen Aspekten aus: Was halten die unter 30-Jährigen von den über
60-Jährigen und umgekehrt.

Die markantesten Eckdaten: Nicht weniger als 60 Prozent aller unter 30-jährigen Österreicher fordern, dass zur Erhaltung des Pensionssystems die bestehenden Renten der Alten gekürzt werden sollen. Frostige Replik aus dem Seniorenclub – 67 Prozent aller über 60-Jährigen halten die heutige Jugend für egoistisch.

OGM-Studienleiter Peter Hajek: „Aus heutiger Sicht scheint die Kluft zwischen Jungen und Alten unüberbrückbar.“ Unter den Experten herrscht Einigkeit: Der diffuse Frust von Österreichs Jugend ist langsam, aber stetig in aggressive Aktionsbereitschaft umgeschlagen. Sozialexperte Bernd Marin etwa befürchtet, dass sich die Jungen über kurz oder lang in „Steuerstreiks“ flüchten.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT
PLUS: Die Umfrage zum Krieg der Generationen
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