Kreditzinsen: Stopp der Zins-Spirale

Die höheren Zinsen belasten Kreditnehmer. Wer sich gegen weiter steigende Konditionen absichern will, hat die Wahl zwischen Fixzinsen, Bausparen und neuartigen Zinscaps.

Für Kreditnehmer sind die goldenen Zeiten passé. Seit dem Tief vor zwei Jahren sind die Zinsen bereits wieder um rund ein Prozent gestiegen – und die Aufwärtsspirale dreht sich weiter. Schon jetzt müssen Kreditnehmer, die sich 100.000 Euro auf 20 Jahre mit variablen Zinsen ausgeliehen haben, eine Erhöhung der Monatsbelastung von rund 50 Euro einkalkulieren. In den nächsten Monaten wird es nach übereinstimmender Meinung aller Experten noch teurer. Tim Geissler, Chef des RLB-NÖ-Wien-Treasurys, das die gesamten Geldströme der Bank steuert: „Es geht kein Weg daran vorbei, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen wegen der Inflationsgefahr auf 3,25 bis 3,5 Prozent erhöht.“ Im Schnitt rechnen Zinsauguren damit, dass die 3-Monats-Eurozinsen, die sich die Banken untereinander verrechnen, von derzeit 2,95 in einem Jahr auf 3,33 Prozent steigen. Dazu kommt bei Hypotheken noch die Bankenspanne von etwa 1,25 Prozent, sodass insgesamt über 4,5 Prozent fällig werden. Bei kräftigeren Aufschlägen – etwa für Schalterkredite – entsprechend mehr. Auch noch höhere Zinsen sind in den kommenden Jahren durchaus möglich – so notierten die kurzfristigen Euro-Zwischenbankzinsen noch im Jahr 2000 bei über fünf Prozent.

Auch im Franken, der beliebten Zweitwährung für Hypotheken, verläuft der Zinstrend ähnlich. Fremdwährungsexperte Gerhard Massenbauer: „Die Dreimonatszinsen steigen von derzeit 1,47 auf 2,25 Prozent in einem Jahr. Ich rechne aber damit, dass sich der Zinsabstand zwischen Euro und Franken weiter in einer Bandbreite von 1,25 bis 1,5 Prozent bewegt.“ Es gibt demnach weniger Grund, jetzt die Währung zu wechseln, als sich über eine Absicherung für variable Zinsbindungen Gedanken zu machen.

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