Konsequenter Anti-Bürokrat

Mit kompromissloser Personalpolitik machte Jack Welch den amerikanischen Elektrokonzern General Electric zum wertvollsten Unternehmen der Welt.

Es muss nicht unverschämte Großkotzigkeit sein oder ironisches Augenzwinkern, wenn einer seine Erinnerungen mit der Unterzeile „Die Autobiografie des besten Managers der Welt“ versieht.

Jack Welch hat es getan, und in seinem Fall ist das gar nicht mal übertrieben. Das ist der Mann, den das amerikanische Wirtschaftsmagazin „Fortune“ Ende des letzten Jahrhunderts zum „Manager of the Century“ ernannt hatte.

1981 übernahm Jack Welch die Leitung von General Electric, einem riesigen Elektrokonzern. Jack Welch war, wie man so schön sagt, der richtige Mann zur richtigen Zeit. Es war die Zeit der Reagonomics, jener kruden Form des Kapitalismus, in der Unternehmen ihre soziale Verantwortung abschüttelten, Gier geil war und die Interessen der Aktionäre das Einzige waren, das zählte. Welch war einer der ersten Manager, die den Shareholder-Value über alles stellten. Jack Welch passte vorzüglich ins Bild.

Aktienanalysten gefiel diese Haltung. GE wurde, wenn man den Börsenwert zum Maßstab nimmt, zum weltweit wertvollsten Unternehmen. Welch steigerte den Wert von GE von knapp zwölf Milliarden Dollar im Jahr 1981 auf 450 Milliarden zwanzig Jahre später. Kein anderer Unternehmer oder Manager – nicht einmal Bill Gates – hat seinen Aktionären einen ähnlich spektakulären Wertzuwachs verschafft.

Das Geheimnis des Erfolges? Personalpolitik, sagt Welch. Und sie funktionierte nach einem simplen Grundsatz: „You perform – or you are gone“. Wenn Welch in seiner Autobiografie „Was zählt“ jenes Kapitel, das sich mit seiner Personalpolitik beschäftigt, mit „Die Menschenfabrik“ überschreibt, dann meint er das nicht ironisch.
Mehr als die Hälfte seiner Zeit, sagt Welch, habe er mit „people issues“ verbracht. Sein größter Erfolg sei es gewesen, so viele Menschen entdeckt und gefördert zu haben. „Unsere wahre Kernkompetenz ist heute nicht mehr in der Produktion oder im Dienstleistungssektor, sondern viel mehr in der globalen Rekrutierung und Förderung der weltbesten Mitarbeiter.“

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