Klimastrategie braucht langfristige Planbarkeit

Der 3. UN-Klimabericht liefert Vorschläge, wie die weitere Erderwärmung gestoppt werden kann. Aber wie viel an der Diskussion ist Panikmache?

Sowohl Österreich als auch im Besonderen der voestalpine-Konzern nehmen seit den 1980er-Jahren eine internationale Vorreiterrolle im Umweltschutz ein. Viele der Maßnahmen, die seitens der voestalpine-Gruppe gesetzt wurden, gehen dabei auch über gesetzliche Vorgaben hinaus. Damit hat unser Konzern mit enormem finanziellem Aufwand einen Umweltstandard erreicht, der in der internationalen Stahlindustrie als Benchmark anerkannt ist.

Beim Klimawandel handelt es sich allerdings um kein nationales Phänomen, sondern um eine globale Bedrohung, die dementsprechend auch globale Maßnahmen erfordert. Von gleichen Verpflichtungen für alle ist man auf internationaler Ebene und selbst in Europa noch meilenweit entfernt. Österreich gibt den Druck teilweise selbst auferlegter Ziele an seine Industrie weiter, die mit immer höherem finanziellem und technischem Aufwand, der in keinem Verhältnis mehr zur Wirkung steht, nur noch minimale weitere Emissionsreduktionen erzielen kann. Viele andere Länder – und damit Wettbewerber – sind davon weit weniger betroffen, obwohl hier weit höhere Umwelteffekte realisierbar wären.

Die Folge einer „Klimastrategie“, die sich nicht an langfristiger wirtschaftlicher Planbarkeit und Erreichbarkeit von Zielen orientiert, führt zu einer Wettbewerbsverzerrung, die dem Weltklima langfristig nicht hilft, dafür der Industrie langfristig schadet.

Wir werden daher unsere Vorreiterrolle dazu nutzen, in der Stahlindustrie ein dynamisches Benchmarksystem zu forcieren, das alle über dem Durchschnitt liegenden Unternehmen bevorzugt und die darunter liegenden pönalisiert. Wenn tatsächlich alle Unternehmen einer Branche weltweit gezwungen werden, sich an den jeweils umweltfreundlichsten Mitbewerbern zu orientieren, wäre dies nicht nur gerechter, sondern im Sinne des Klimaschutzes auch ungleich effizienter. Und es ginge dabei um langfristige Effekte, nicht nur um kurzfristige Effekthascherei, die Arbeitsplätze und Wohlstand infrage stellt.

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