Killer im Kleiderschrank

Der deutsche Textildiskonter KiK zeigt, wie mit billiger Ware das große Geld zu machen ist. Die günstige Importware ruft aber auch Kritik hervor.

Auf teure Kleidung hat Wolfgang Seebacher noch nie viel Wert gelegt. „Eigentlich ziehe ich so gut wie alles an“, erzählt der Geschäftsführer der KiK Textilien und Non-Food GmbH, einer Tochter der gleichnamigen, im westfälischen Bönen firmierenden Muttergesellschaft. Nur adrett müsse er aussehen, zumal es ja darum gehe, als Führungskraft des größten Textildiskonters Österreichs einen guten Eindruck zu machen.

Dabei müsste sich der 50-jährige Grazer über seinen Auftritt gar nicht erst den Kopf zerbrechen. Denn Imagesorgen hat Seebacher ebenso wenig wie finanzielle: In Österreich ist der Umsatz des Unternehmens mit 1.238 Mitarbeitern und 222 Standorten 2005 im Vergleich zu 2004 um neun Prozent auf rund 175 Millionen Euro gestiegen. Das Ergebnis legte um sechs Prozent auf knapp zwanzig Millionen Euro zu, woraus sich eine für die Branche außergewöhnliche Profitmarge von elf Prozent rechnet. Mit billiger Ware ist demnach viel Geld zu machen. Seebacher: „Wir sind die Killer im Kleiderschrank. Wir bieten gute Ware zu sehr niedrigen Preisen an. Da können andere nur schwer mithalten.“

Neue Kundenschichten. Dabei kommen dem Preisbrecher geänderte Konsumgewohnheiten entgegen. Früher hätten sich verwöhnte Spitzenverdiener nicht einmal in Camouflage in Läden à la KiK gewagt. Heute parken dagegen selbst Ferraris und Porsches vor Lebensmitteldiskontern wie Hofer – und vor KiK-Filialen. „Natürlich kaufen auch wohlhabende Leute bei uns ein“, bestätigt Seebacher, „weil sie gute Qualität zu Toppreisen wollen.“ So gibt es etwa T-Shirts und Babyhosen um 2,99 Euro, Sportschuhe und Caprihosen um 9,99 Euro und weiße Tennissocken um 1,99 Euro. Auch Schreibmaterial, Spielzeug oder Süßigkeiten sind beim roten Textilriesen spottbillig zu ergattern.

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