Keynes’ Wider­sacher haben Recht behalten

„Mit Hayek verband ihn trotz gegensätzlicher theoretischer Auffassungen persönliche Freundschaft.“

John Maynard Keynes war einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, nicht nur deswegen, weil er bis spät in die 70er-Jahre die Wirtschaftspolitik der westlichen Welt bestimmt hat und immer noch als Vordenker vieler sozialdemokratischer Politiker gilt, sondern vor allem auch, weil er ein hervorragender Wissenschaftler war. Seine Einsichten über die ökonomischen Zusammenhänge waren bahnbrechend. Er hat etwa die durchaus heute noch relevante These vertreten, dass Spekulanten eine wesentliche Rolle für die Liquidität der Kapitalmärkte einnehmen. Die Wirtschaftswissenschaftler der Nachkriegszeit waren in der großen Mehrzahl seine Schüler, vor allem auch diejenigen, die gehört wurden. Allein schon die Tatsache, dass eine Reihe von Wirtschaftswissenschaftlern der Gegenwart, wie zum Beispiel Gordon Phelps, ihre Lorbeeren damit verdient haben, einige seiner grundsätzlichen Thesen – wie etwa die Möglichkeit, Arbeitslosigkeit durch Inflation zu verringern – zu wider­legen, zeigt seinen bestimmenden Einfluss.

Insgesamt ist sein großer Einfluss jedoch negativ zu bewerten. Und seine damals wenig gehörten Widersacher, wie eben Fried­rich August von Hayek, haben Recht behalten: Seine bekannteste Theorie, jene der Konjunkturbelebung durch das „Deficit-Spending“ etwa, hat zu einer bedeutenden Ausweitung der Rolle des Staates in Wirtschaft und Gesellschaft – und damit in die Sackgasse der Stagflation – geführt. Er hatte die Gefahr des Missbrauchs seiner Thesen durch Politiker gesehen, hatte aber die Illusion, er würde immer noch da sein, um diese Irrtümer korrigieren zu können. Mit Hayek verband ihn trotz aller gegensätzlichen theoretischen Auffassungen eine Freundschaft, dank deren Hayek die Internierung als Staatsbürger einer feindlichen Nation während des 2. Weltkrieges vermeiden konnte. Hayek kritisierte insbesondere seine Konjunkturtheorie und zeigte auch auf, wie sehr Keynes’ Thesen die Freiheit und Verantwortung der Bürger gefährden. Aber Hayek hatte nicht nur kritische Worte für ihn. Er erkannte ihn als großen Denker an und hatte ihn auch zeitweise zitiert, so zum Beispiel: „Wir werden alle von den Thesen der Denker der Generation, die vor uns gelebt hat, bestimmt.“

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