Keine spiralartigen Verschlechterungen zu erwarten

Die Bau-Indikatoren und die Preise auf den US-Immobilienmärkten brechen ein. Greift dies auch auf andere Branchen und Länder über?

Nach zehn Jahren Preisexplosion an den meisten US-Immobilienmärkten ist es schon ein Erdbeben, wenn die Preissteigerungen ausbleiben und damit einige mit ihren riskanten Finanzierungsmodellen (Subprime-Hypotheken) scheitern. Die Rückgänge bei Bautätigkeit und bei Genehmigungen sind für diesen Wirtschaftsbereich durchaus Rezession zu nennen. Die große Frage lautet, ob diese sektorspezifische Störung auf die Gesamtwirtschaft überspringt und ob dies dann den weltwirtschaftlichen Boom stoppt.

Mein Vorurteil lautet: Nein, zu spiralartigen Verschlechterungen wird es nicht kommen. Da ist einerseits kein Grund für geldpolitische Restriktionen, da nirgendwo – auch in den USA nicht – die Inflation aus dem Ruder zu laufen droht. Ohne steigende Zinsen, vor allem die langfristigen, ist die Gefahr stärkerer Anstiege der Finanzierungskosten für den Immobilienbereich unrealistisch. Zudem sind dann Ansteckungseffekte für den Kauf langlebiger Konsumgüter eher begrenzt. Des Weiteren ist Energie wieder billiger.

Die eigenständige Dynamik der Schwellenländer unterstützt die Weltwirtschaft kräftig. Darüber hinaus hat sich zur Überraschung der internationalen Beobachter die europäische Konjunktur gefestigt. Insbesondere Deutschland ist vom Bremser zum Motor der europäischen Erholung geworden.

Eine allgemeine US-Konjunkturschwäche mit rezessiven Wirkungen für die Weltkonjunktur ist also auszuschließen. Freilich: Zu vermuten, die Einbrüche bei den US-Hauspreisen hätten schon ihre gesamte Wirkung entfaltet, ist – beobachtet man die typischen Wirkungsverzögerungen solcher Ereignisse – als verfrüht anzusehen. Die Effekte auf die verfügbaren Einkünfte und die Anreize zu Neukäufen bei Immobilien und anderen langfristigen Konsumgütern werden sich vollständig erst im Verlauf dieses und des nächsten Jahres entfalten. Damit könnte das US-Wachstum 2007 und 2008 unter dem Potenzialpfad von knapp drei Prozent bleiben. Das dämpft die US-Importe und schwächt im Zweifel den Dollar.

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