Kein Sparthema, sondern Gesundheitsziel

Die Krankenkasse Oberösterreich will Eltern und Wirte in die Pflicht nehmen, wenn Kinder sich betrinken. Was ist mit Rauchern und Dicken?

Bei Alkoholvergiftungen Minderjähriger ist ein augenzwinkernder Umgang fehl am Platz. Die Debatte um das Komatrinken nehmen wir als soziale Krankenversicherung sehr ernst. Sie hat nichts mit Einführung von Selbstbehalten oder Einschränkung von Leistungsansprüchen zu tun. Diese Debatte ist kein Sparthema, sondern ein Gesundheitsziel.

Wir wollen deutlich machen: Jugendliche, die unseren Schutz brauchen, müssen geschützt werden. Hier geht es um den schlampigen Umgang unserer Gesellschaft mit Alkohol, nicht darum, Jugendliche oder Eltern zu bestrafen. Wir wollen die Erwachsenen zur Verantwortung ziehen, wenn sie schuldhaftes Verhalten an den Tag legen, das dazu führt, dass sich Jugendliche bis zum Koma betrinken. Wenn ein Jugendlicher in ein Krankenhaus kommt, werden wir die Gesundheitsleistung bezahlen. Wir wollen nicht, dass ein Jugendlicher Angst haben muss, dass er medizinisch nicht versorgt wird.

Uns geht es um jene Erwachsenen, die klar gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen haben. Wer seine Aufgabe nicht erfüllt, muss mit Regressforderungen rechnen. Ich wünsche mir, dass es normal ist, dass Jugendliche im Geschäft oder im Lokal keinen Alkohol erhalten. Es ist nicht einzusehen, dass der Schaden, den diese Erwachsenen rechtswidrig verursacht haben, von der Versichertengemeinschaft bezahlt werden soll.

Dass Kritiker mögliche Kostenbeteiligungen für Raucher und Sportler hier in einem Atemzug nennen, ist völlig unbegründet, ist auch ein anderes Thema. Sport ist gesund, und Menschen sollen dabei geschützt sein. Zu definieren, wo die Sportausübung gefährlich wird, das wäre schwierig. Ich bin auch dafür, dass Menschen, die süchtig sind – egal ob Raucher oder Alkoholiker – Hilfe bekommen. Jugendliche Komatrinker sind ein anderes Kapitel. Da kommen meist Erwachsene ins Spiel, die fahrlässig zuschauen. Als OÖGKK machen wir uns dafür stark, dass Gesundheitsleistungen ständig ausgebaut und modernisiert werden – gute Beispiele dafür sind die Zahngesundheit und die Vorsorgemedizin.

Telekom Austria COO Alejandro Plater (li.) und CEO Thomas Arnoldner

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