Kein Euro zuviel Steuer

Tipps zum Jahresende: Was Sie heuer noch tun können, damit der Fiskus weniger Steuern von Ihrem Einkommen abschneidet, und wie Sie die neuen staatlichen Prämien am besten kassieren können.

Von jedem Zwanzig-Euro-Schein, der im Laufe dieses Jahres verdient wurde, schneiden Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Sozialminister Herbert Haupt neun Euro mit. Das heißt: Bis Mitte Juni arbeiten die Österreicher nur für den Staat.

Die bei weitem überwiegende Hauptlast der Abgaben tragen Arbeitnehmer. So kassiert der Finanzminister heuer voraussichtlich 17,1 Milliarden Euro Lohnsteuer – Tendenz: steigend. Auch ein Großteil der Umsatz- oder Kapitalertragsteuer stammt aus den Brieftaschen der Unselbständigen. Umso wichtiger ist es, dem Finanzminister keinen Cent mehr als unbedingt nötig zu zahlen. FORMAT zeigt, was Sie vor Jahresende noch unternehmen können, um Ihre Steuerlast zu drücken, welche Auswirkungen die neuen Steuergesetze bereits heuer haben und was Sie für das kommende Jahr beachten müssen.

Was gibt es neues?
Die wichtigste Neuregelung im Steuer- und Sozialbereich betrifft die Abfertigung neu. Ab 2003 zahlen Unternehmen für alle neuen Mitarbeiter 1,53 Prozent des Gehalts an eine externe Vorsorgekasse – was bereits Auswirkungen auf die Steuerbilanz des Jahres 2002 hat. Während Arbeitnehmer je nach individueller Situation davon profitieren, aber auch häufig Ansprüche einbüßen, gibt es rundum auch erfreuliche Innovationen:

  • Die Investitionszuwachsprämie, bei der alle Selbständigen, also auch Arbeitnehmer mit Nebenjob, für zusätzliche Investitionen 2002 und im kommenden Jahr mit einer Prämie von zehn Prozent belohnt werden. BDO-Steuerberater Karl Bruckner: „Hier lohnt sich die taktische Überlegung, in welchem Jahr investiert werden soll, um möglichst hohe Prämien zu kassieren.“
  • Ab 2003 gibt es für die neue Zukunftsvorsorge mit hohem Österreich-Aktienanteil für alle Steuerzahler bei einer maximalen Einzahlung von 1.851 Euro im Jahr einen Staatszuschuß von 176 Euro.
  • Eine weitere Prämie gibt es bereits ab heuer – und zwar 1.000 Euro pro Lehrling und Jahr für ihren Ausbildungsbetrieb. 2002 ist statt dessen wahlweise der auslaufende Lehrlingsfreibetrag absetzbar.
  • Und ab 2003 können innovative Betriebe entweder den von zehn auf 15 Prozent erhöhten Forschungsfreibetrag oder die neue Forschungsprämie von fünf Prozent der Kosten geltend machen.
  • Auch der individuelle Know-how-Erwerb wird ab 2003 stärker gefördert: Berufstätige können nicht nur Weiterbildungsmaßnahmen, sondern auch komplette Umschulungen auf ganz neue Berufsbilder als Werbungskosten absetzen. Steuerberater Joseph Böck: „Falls jetzt noch Zahlungen für bereits begonnene Maßnahmen anstehen, lohnt es sich, diese auf 2003 zu verschieben.“
  • Für diejenigen, die vom Hochwasser betroffen waren, gibt es ein Sondergesetz mit zahlreichen Steuererleichterungen. So kann für die Neuanschaffung von Hausrat ausnahmsweise auch der Neuwert von Hausrat und Möbeln unter dem Titel „außergewöhnliche Belastung“ abgesetzt werden, bei Autos der Zeitwert.

Michael Schmid, Martin Kwauka

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT.

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