Kampf der Katastrophe

Bis 2020 hat die Welt noch Zeit, den Klimakollaps zu verhindern. Doch in Österreich streiten SPÖ und ÖVP über ein Klimaschutz- programm. Was haben sie vor? Und was kostet es die Wirtschaft?

Schade eigentlich: Umweltminister Josef Pröll hat vom ungewöhnlich warmen Winter bislang noch wenig gehabt. Eigentlich wäre das Wetter für den passionierten Radfahrer, der sonst von seiner Wohnung im 18. Wiener Gemeindebezirk gerne mit dem Rad zum Ministerbüro am Wiener Stubenring fährt, ideal gewesen. Aber leider hat er seit geraumer Zeit Probleme mit dem Knie, Folgen der Arthroskopie. Kein Radfahren, sagt Pröll. „Schade eigentlich, bei diesem Wetter.“

Rein arbeitstechnisch wird den Umweltminister das Klimathema in der nächsten Zeit aber sehr wohl verfolgen. Denn vom UNO-Klimabericht geschockt, will nun auch die österreichische Bundesregierung in Sachen Klimaschutz aktiv werden: Bis zum 21. März, das beschloss der Ministerrat am Mittwoch, soll ein Klimaschutzprogramm stehen, Pröll gemeinsam mit Infrastrukturminister Werner Faymann eine Strategie entwickeln, wie Österreich seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Knapp 500 Millionen Euro sollen für ein eigenständiges Programm zur Verfügung stehen.

Bloß: Was soll passieren? Tatsächlich ist Österreich derzeit meilenweit davon entfernt, die sogenannten Kioto-Ziele, wonach Österreich seine CO2-Emissionen bis 2012 um 13 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren soll, zu erreichen. „Mit seiner bisherigen zahnlosen Klimastrategie wird Österreich das Ziel um bis zu 30 Millionen Tonnen CO2-Emission verfehlen“, sagt Erwin Mayer, Energieexperte von Greenpeace. Und auch aus den Zahlen des Umweltbundesamtes geht eindeutig hervor, dass Österreich deutlich über der CO2-Emission von 1990 liegt, und der Ausstoß des Treibhausgases sogar weiter Jahr für Jahr ansteigt. „Die bisherige Klimastrategie ist ein Affront gegenüber allen, denen Klimaschutz wichtig ist“, tadelt deswegen die grüne Umweltsprecherin Ruperta Lichtenecker.

Aber auch SPÖ und ÖVP sind sich einig, dass die Regierung nun eingreifen muss. Einen konkreten, koordinierten Fahrplan haben sie freilich noch nicht.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT

Karrieren

Studie: Wie Unternehmer ticken, was sie antreibt

Wirtschaft

Rapid Wien - Der Doppelpass auf der Rasierklinge

Wirtschaft

Volkswagen investiert 44 Milliarden Euro in Zukunftstechnologien