Kampf ums hässliche Entlein

Die Ost-Airline SkyEurope schrieb bisher nur Verluste. Dennoch könnte es um das Unternehmen, das im Vorjahr sogar vor der Pleite stand, zu einer Übernahmeschlacht kommen.

Am 16. Februar wird Ronny Pecik mit Ringen unter den Augen zur Hauptversammlung von SkyEurope kommen. Der Investmentbanker, der gemeinsam mit Georg Stumpf und dem russischen Milliardär Viktor Vekselberg die Mehrheit am Schweizer Oerlikon-Konzern hält, ist am Vorabend mit dem Oligarchen am Opernball. Pecik: „Wahrscheinlich werde ich ohne Schlaf direkt vom Frühstück hinfahren.“ Versäumen wird er diesen Termin jedenfalls nicht.

Seit der Großinvestor eine achtprozentige Beteiligung an der auf Osteuropa konzentrierten Airline gemeldet hat, gelten heftige Auseinandersetzungen auf dem Aktionärstreffen als vorprogrammiert. Sowohl der Stil der Unternehmensführung als auch das Ansinnen des Vorstandes Christian Mandl, für das Management ein günstiges Optionsprogramm zu vereinbaren – kolportiert wurde ein Ausübungspreis bei etwa der Hälfte des aktuellen Börsenkurses von 5,20 Euro –, stoßen dem ehemaligen Banker übel auf: „Die Aktionäre haben SkyEurope im Herbst durch eine Kapitalerhöhung vor dem Konkurs bewahrt. Sollte der Turnaround geschafft werden, ist das keine Leistung des Vorstandes, sondern in erster Linie der Investoren.“
Doch Emotion alleine ist für einen hartgesottenen Banker kein Grund für ein Investment. Und so wuchern die Spekulationen über die Hintergründe von Peciks Einstieg bei der Airline. Der Schlüssel zu diesem Geheimnis liegt nach FORMAT-Recherchen in Peciks Begleitung am Opernball. Vekselberg ist derzeit seinen Milliardärskollegen, den Brüdern Abramowitsch, beim Aufbau einer russischen Luftlinie behilflich, die der Aeroflot Konkurrenz machen soll. Da käme eine in der EU domizilierte Fluglinie gerade recht. Zwar wird derzeit auch über eine Übernahme der ungarischen Malev verhandelt, doch der staatliche Moloch mit teils noch sozialistischen Strukturen ist wenig attraktiv.

Dazu kommt ein wenig beachtetes Asset der SkyEurope: Im Expansionstaumel hat sich die kleine Airline die Lieferung von über zwanzig Boeing-Jets garantieren lassen und verfügt über Optionen für weitere elf Maschinen. „Alleine das ist für jede Airline, die expandieren will, ein unglaublicher Wert“, erklärt ein Analyst, „denn durch die Schwierigkeiten bei Airbus sind auf Jahre hinaus keine Flieger zu bekommen.“ Und Vekselbergs Freunde wollen expandieren.

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