Kaffeehausketten in Österreich: Coffee to grow

Kaffeehausketten in Österreich: Coffee to grow

Internationale Kaffeehausketten entdecken Österreich als Wachstumsmarkt. Die Branche boomt, es herrscht Goldgräberstimmung. Mit Kaffee kann man derzeit fast nichts falsch machen. Auch heimische Player genehmigen sich kleinere oder größere Schlückchen vom Boom.

Johann Brunner staunte nicht schlecht. Es war im Jänner dieses Jahres, in der alten Brauerei in Ottakring in Wien fand das Vienna Coffee Festival statt - im Rahmen der Messe gaben Baristas live Kostproben ihres Könnens. Die Schlange vor dem Stand war lang wie keine andere, vor allem Jugendliche zwischen 16 und 18 wollten sehen, wie ein Cappuccino oder ein Latte Macchiato gekonnt zubereitet wird. "Die waren fasziniert als wären sie bei einem Fußballspiel“, wundert sich Brunner, Generalsekretär des Kaffeeverbandes, heute noch.

Aber das Interesse ist symptomatisch für das, was in der Branche seit einiger Zeit abgeht. Kaffee brummt: Rekorderlöse für Kapselanbieter, ins Land drängende internationale Ketten - die bekannte altösterreichische Kaffeehauskultur wird gerade einer kräftigen Runderneuerung unterzogen, die Umsätze und Gewinne sahnig sprudeln lässt.

Grund: Die Menschen trinken zwar nicht mehr Kaffee als früher, aber sie trinken anders. Qualität ist heute entscheidender als seinerzeit, und das bringt Umsatz. "Weil es uns eigentlich allen gut geht, legen die Leute mehr Wert auf Lebensstil als früher und sind bereit, mehr zu zahlen als früher“, sagt Brunner. Das ist gut für Röster und Gastronomen, denn Kaffeekonsum steht in der menschlichen Bedürfnispyramide der Genüsse weit oben.

8,5 Kilo Kaffee konsumiert jeder Österreicher im Jahr, damit liegen wir europaweit im Spitzenfeld. Österreich importiert derzeit jährlich insgesamt knapp 1,6 Millionen von 60-Kilo-Kaffeesäcken. Ein 60-Kilo-Sack ist beim Kaffee die gängige Messgröße - etwa das, was ein Barrel beim Erdöl ist. Die Tendenz der Kaffeeimporte war stark steigend, zwischen 2010 und 2012 wuchsen die Einfuhren um knapp 15 Prozent. Mittlerweile stagnieren die Importe mengenmäßig zwar, es kommen aber immer bessere und damit immer teurere Kaffeesorten ins Land.

Lesen Sie den ganzen Artikel in FORMAT Nr. 19/2015
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