Junge wie Alte müssen etwas Federn lassen

Die Pensionisten wollen von der Regierung mehr als 1,7 Prozent Pensionserhöhung. Geld, das jungen Menschen künftig fehlt?

Bei Pensionserhöhungen geht es zum einen um das verständliche Anliegen der 2,1 Millionen PensionistInnen, die Teuerungen abgefedert zu bekommen. Zum anderen gilt es, die Interessen der jüngeren erwerbstätigen Generationen zu wahren, die schließlich die Finanziers der aktuellen Pensionszahlungen im Umlagesystem sind. Es geht also um den sorgfältigen Umgang mit dem Generationenvertrag.

Dazu einige Fakten zum Nachdenken: Ein heute junger Mann wird nach 45 Jahren Erwerbsleben eine Pension von achtzig Prozent seiner Bemessungsgrundlage erhalten. Diese wird aus dem Durchschnittsbeitrag seiner gesamten Erwerbszeit gebildet, weshalb auch die einkommensschwächeren Berufseinstiegsjahre in die Berechnung mit einfließen. Wer heute schon in Pension ist, hat seine Pension dagegen auf Basis der besten 15 Einkommensjahre berechnet bekommen.

Dienstgeber und -nehmer bezahlen heute 22,8 Prozent des Bruttoeinkommens für die Pensionsversicherung. Diesen Prozentsatz gibt es seit 1988. Er wurde schrittweise erhöht, 1962 waren es beispielsweise erst 13 Prozent.

Verändert haben sich im Laufe der Jahre auch das Berufseintrittsalter, die Dauer der Erwerbsphase und des Pensionsbezuges. Im Jahr 1970 trat man mit durchschnittlich 18,6 Jahren ins Erwerbsleben ein, und nach 42,7 Jahren Arbeit konnte man mit durchschnittlich 8,8 Jahren Pension rechnen. Weil heute längere Ausbildungen mit Matura oder ein Studium üblich sind und die Lebenserwartung zunimmt, verbringt man tendenziell weniger Jahre in der Erwerbstätigkeit und hat zugleich die Chance, die Pension länger genießen zu können. Die reguläre Pensionsdauer wird bald bei über zwanzig Jahren liegen. Das ist eine durchaus schöne Aussicht, muss aber auch finanziert werden.

Ein seriöser Kompromiss, der die Generationen zusammenschweißt und niemanden auf der Strecke lässt, ist deshalb gefragt. Weder Alt noch Jung sollten dafür „gerupft“ werden, aber im Interesse der Stabilität des Systems müssen alle bereit sein, etwas Federn zu lassen.

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