Josef Taus: Wälzt bereits neue Übernahmepläne

Libro bilanziert im ersten Geschäftsjahr nach dem Verkauf positiv. Eigentümer Josef Taus wälzt bereits neue Übernahmepläne.

Das Rennen wird dank prominenter Teilnehmer spannend: Libro-Eigentümer Josef Taus, die Investmentgesellschaft AIM um Rewe-Aus-tria-Boss Veit Schalle und der Welser Papiergroßhändler Anton Stahrlinger scharren in den Startlöchern. Ihr gemeinsames Interesse: die Übernahme der nach Libro zweitgrößten Papier- und Buchkette Pagro.
Pagro-Gründer Walter Babel ist in einen Liquiditätsengpass geraten. Die Hausbank BA-CA drehte ihm den Geldhahn ab. Babel versucht noch, die Übernahme durch eine Umschuldung abzuwehren, doch die Zeit wird knapp.
Denn die drei Pagro-Interessenten haben bereits einen von der Wirtschaftstreuhandkanzlei KPMG eingerichteten Datenraum besucht: Rund 65 Millionen Euro Jahresumsatz erzielt Pagro mit 89 Filialen derzeit. Demnächst gehen bei der KPMG die Offerte ein.

Libro im Höhenflug
Bekommt Taus den Zuschlag, würde eine neue Ära für Libro anbrechen: Die Papierkette mit derzeit 210 Filialen würde bei den Outlets mit einem Schlag um fast die Hälfte wachsen, beim Umsatz um nahezu ein Drittel.

Verdauen könnte Libro die Großakquisition locker. Denn die schlechten Zeiten scheinen vorbei zu sein. Nach dem Konkurs war die Firma im Jänner 2003 von der Taus-Gruppe übernommen worden. Nun weist bereits die Bilanz für das am 29. Februar abgeschlossene erste Geschäftsjahr unter neuer Führung schwarze Zahlen aus. Taus: „Es ist deutlich mehr als eine schwarze Null.“

Bei der bevorstehenden Sitzung des Aufsichtsrates und des Sanierungsbeirates werden die Libro-Chefs Martin Waldhäusl und Werner Weber auch überraschend gute Umsatzzahlen präsentieren: Das Ziel von 200 Millionen Euro im ersten Jahr wurde trotz lahmer Konjunktur um mehr als zwei Prozent überschritten. Taus: „So eine Übernahme birgt auch bei bester Vorbereitung immer ein Restrisiko. Doch zum Glück ist nichts schief gegangen.“

Der Turnaround von Libro führt jetzt auch zu Änderungen in der Eigentümerstruk-tur. Bisher hielten Bawag, Raiffeisenlandesbank, HypoVereinsbank und Erste Bank über den von Taus verwalteten Fonds Athena II 49,7 Prozent an Libro. Diese Gruppe hatte rund die Hälfte der 15 Millionen Euro Grundkapital für „Libro neu“ beigesteuert.
Nun zahlen Taus und seine Libro-Partner, der Büroartikelerzeuger Georg Stern und der Logistikunternehmer Johannes Gauster, die Banken aus. Die klare Mehrheit an Libro wird künftig die Management Trust Holding AG von Josef Taus halten. Taus: „Diese Änderungen waren immer geplant, jetzt werden sie umgesetzt.“

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