Jetzt kommt Bert

Im November geht die Telekom Austria mit dem lange erwarteten Aon Digital TV auf den Markt und tritt damit gegen die Kabel-TV-Betreiber an.

Für 18. November hat die Telekom Austria das MuseumsQuartier in Wien reserviert. Vor versammelter Prominenz wird sie ihren Abschied als reine Telefonfirma zelebrieren. Mit dem Start als TV-Anbieter wird der TA-Vorstand verkünden, endgültig im Multimediazeitalter angekommen zu sein.

Für einen knalligen Überraschungseffekt ist gesorgt. Denn während Thomas Hintze, Geschäftsführer von UPC Telekabel, noch skeptisch meint, „ich kann mir nicht vorstellen, dass Leute Filme wirklich am PC sehen wollen“, hat TA-Festnetzvorstand Rudolf Fischer schon vor Monaten entschieden, zu klotzen statt zu kleckern. Das Projekt Internetfernsehen – interner Code: „Bert“ – wurde so hochgerüstet, dass es von Beginn an übers TV-Gerät und nicht mehr über den Computer läuft. So genannte Set-Top-Boxen verbinden den Fernsehapparat direkt mit einem ADSL-Breitbandanschluss. Fischer will mithilfe von „Bert“ die Wohnzimmer erobern: „Dieser Schwenk ist für uns absolut notwendig.“

Unter der Marke Aon Digital TV können Haushalte künftig 40 Fernsehsender von ORF bis Eurosport über die (breitbandige) Internetleitung empfangen; laut Telekom in bester Qualität. Dazu gibt es Dienste, von denen sich die TA einen Vorsprung gegenüber den Kabel-TV-Anbietern erhofft: etwa E-Mails über den TV-Schirm. Das „Bert“-Team hat Verträge mit großen Hollywoodstudios wie MGM abgeschlossen. Damit kann der Kunde dann Hunderte Filme nach Lust und Laune aus einer Videodatenbank herunterladen, zum Beispiel alle James-Bond-Streifen. Fischer: „Mit Disney verhandeln wir gerade.“ Kosten pro Film: je nach Aktualität von unter einem Euro bis 2,50 Euro.

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