Jeder Zweite hat sein Auge auf dem „Pensionskonto Neu“

Jeder Zweite hat sein Auge auf dem „Pensionskonto Neu“

Fast jeder zweite Österreicher plant, sein Vorsorgeverhalten über das „Pensionskonto Neu“ ab Juni 2014 anzupassen. Der Beratungsbedarf, aber auch der Wille, die Vorsorge aufzustocken scheint nicht gering zu sein.

Finanzielle Vorsorge fürs Alter, aber auch die Sicherheit und Verfügbarkeit des Geldes, das angespart wurde, ist für den Österreicher wichtig, wie aus einer Studie von GfK Austria hervorgeht, die im Auftrag von s Versicherung, Erste Bank und Sparkassen bei 1000 Personen nachgefragt haben. Vier von fünf Österreichern – also 81 Prozent – ist die Vorsorge wichtig. Sie mögen daher wenig Experimente bei der Veranlagung ihre Gelder. 56 Prozent der Befragten wünschen sich den „sicheren Hafen“; für 45 Prozent ist der rasche Zugriff auf das Angesparte ebenso entscheidend. Nur für 28 Prozent der Befragten, also jeden Vierten, sind hohe Verzinsung und Rendite ein wichtiges Kriterium.

Das „Pensionskonto Neu“ scheint die Kunden besonders zu interessieren. Einfacher Grund: Die Sorge um die Pensionslücke. Über das „Pensionskonto Neu“ können zukünftig recht konkrete Berechnungen bezüglich der Pensionsansprüche gemacht werden.

Höhere Pensionslücke

Die eigene Pensionslücke wird auf rund 600 Euro – und damit um 50 Euro höher als noch im Jahr 2011 – geschätzt. Frauen stufen diese mit durchschnittlich 544 Euro deutlich niedriger ein als Männer mit 659 Euro. Je höher das eigene Einkommen ist, desto höher fällt auch die Prognose hinsichtlich der zu erwartenden Pensionslücke aus. Ein gutes Fünftel kann seine Pensionslücke gar nicht einschätzen oder beziffern. 48 Prozent der Befragten wollen sich daher rasch beraten lassen.

Noch Luft fürs Polster

154 Euro legen die Österreicher derzeit pro Monat für die Altersvorsorge auf die Seite – gegenüber dem Jahr 2011 sind das um 30 Euro mehr. Trotz niedriger Zinsen sind die Sparer bereit bis 40 Euro pro Monat zusätzlich anzusparen. Im Geschlechtervergleich zeigt sich, dass Männer monatlich um 20 Euro mehr sparen als Frauen und darüber hinaus auch um 50 Euro mehr Potential für zusätzliche Vorsorge haben.

Allerdings: Fast jeden Zweiten (47 Prozent) hält das niedrige Zinsniveau dennoch davon ab. 30 Prozent geben ihr Geld lieber aus,, ein Viertel unterstützt damit die eigenen Kinder.

Peter Bosek, Privat- und Firmenkundenvorstand der Erste Bank, rät zu einer möglichst „breiten Streuung der Gelder“, nicht zuletzt auch wegen dem niedrigen Zinsniveau: „Die ultraniedrigen Sparzinsen werden uns noch ein paar Jahre begleiten. Das Sparbuch ist gut für die kurzfristige Liquidität, aber nicht allein für eine langfristige Altersvorsorge geeignet.“ Den Begriff „Pensionskonto Neu“ können bereits 6 von 10 Österreichern einordnen, und fast jeder Fünfte (18 Prozent) weiß, welche Änderungen damit verbunden sind. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Österreicher fangen mit dem Thema jedoch noch gar nichts an. Insbesondere bei den jungen Erwachsenen unter 29 Jahren hat jeder Zweite noch nichts vom „Pensionskonto Neu“ gehört. Jeder Zweite (48%) gibt an, er würde sein Vorsorgeverhalten ändern, sollten die Berechnungen zu wenig Pension ergeben.

Pensionslücke via Smartphone

Seit 1. Juni 2014 kann das Pensionskonto über Handy-Signatur abgerufen werden. Die Handy-Signatur ist eine rechtsgültige elektronische Unterschrift im Internet – das ist mehr als zwei Dritteln der Österreichern (69 Prozent) zwar bewusst, wird aber nur von 18 Prozent tatsächlich genutzt.

Seit Anfang 2014 kann die Freischaltung neben den Registrierungsstellen (Ämtern) auch in einer Bankfiliale durchgeführt werden: Jeder dritte Österreicher (33 Prozent) gibt an, diesen Service interessant zu finden. Dass allerdings die Handy-Signatur auch zum Abrufen des Pensionskontos berechtigt, wissen bisher nur 7 Prozent der Österreicher.

An der Umfrage nahmen im Dezember 2013 1000 Personen zwischen 15 und 65 Jahren teil. Finanzielle Vorsorge, Vorsorgeprodukte, Pensionslücke, Pensionskonto und Handy-Signatur waren die abgefragten Themen.

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