Jackpot für betandwin.com

Topumsätze, schwarze Zahlen, die Aktie im Höhenflug: BetandWin hält, was der Internethype versprochen hatte. Doch jetzt muss die Wettfirma im Kampf mit internationalen Giganten bestehen.

Martin Begsteigers rotes Ferrari-Boot ist startklar. Der Vermögensberater, Konsulent der Meinl-Bank und Aktionär der Internetwettenfirma BetandWin befährt damit den Wörthersee. Demnächst will er ein eigenes Domizil an dessen Gestade erwerben, und spätestens ab 2007 überhaupt „ein sorgloses Leben“ in Kärnten führen. Wie? Begsteiger: „Mit BetandWin schaffe ich das.“

Der 41-Jährige will nicht etwa mit gefinkelten Einzel-, Kombi- oder Last-Minute-Wetten auf Fußball, Pferde oder Eishockey auf der Web-Plattform von BetandWin reich werden. Er setzt lieber auf seinen Aktienanteil an der seit 1999 börsennotierten Webcompany. Um wohlfeile drei bis fünf Euro hat er die ersten Papiere nach dem Crash der New Economy erworben. Nach der Explosion des Umsatzes von 228 auf 400 Millionen Euro und erstmals schwarzen Zahlen 2003 sind sie jetzt 26 Euro wert.
Die Altersvorsorge Begsteigers, der mit Freunden zwanzig Prozent an BetandWin hält und damit als mächtigster Aktionär gilt: „2007 sind fünfzig Millionen Euro Gewinn und zwei Milliarden Euro Börsenwert möglich.“ Spätestens dann könnte er die feinste Luxusvilla am Wörthersee aus der Portokasse zahlen.

Volltreffer für Anleger. Nicht nur Begsteiger will sich seinen Lebenstraum mit BetandWin verwirklichen, zahlreiche weitere prominente Mitspieler wollen mit der Zockercompany kräftig abcashen oder haben das schon getan. So ist der Industrielle und Investor Hannes Androsch im Begriff, mit 15 Prozent Firmenanteil (inklusive Optionen) den Risikofinanzierer Michael Tojner als größten Einzelaktionär abzulösen. Unter den Aufsichtsräten findet sich der Exskirennläufer Harti Weirather. Und die BetandWin-Vorstände Manfred Bodner, 41, und Norbert Teufelberger, 37, werden unter anderem gerade mit ihren Dienstverträgen berühmt: Sie reihen sich mit 630.000 Euro Jahressalär noch vor Siemens-Österreich-Chef Albert Hochleitner unter den heimischen Topverdienern ein.

Das neue Griss um BetandWin ist verständlich, hält das Unternehmen doch als rare Ausnahme, was der Internethype versprochen hatte: Aus schlanken 600.000 Euro Startkapital sind satte 300 Millionen Euro Firmenwert geworden. Einst hatte das Unternehmen mit zehn Mitarbeitern und zwei Servern angefangen, jetzt sind es 150 BetandWin-Leute und 120 Server in zwei Farmen.

Zu Spitzenzeiten befinden sich 20.000 Spieler gleichzeitig im Netz, womit die Zukunftsaussichten rosig scheinen: Das Business läuft, zusätzliche Kunden bedeuten jetzt kaum noch Mehraufwand in der Infrastruktur.

Schon jetzt ist BetandWin die Nummer acht des europäischen Online-Gaming-Marktes, der insgesamt 2,5 Milliarden Euro Hold (nicht ausbezahlter Wetteinsatz) pro Jahr schwer ist. Die voran liegenden Konkurrenten wie William Hill, die zur Hilton-Gruppe zählende Wettfirma Ladbrokes oder Coral Eurobet kommen zudem allesamt aus England, dem Mutterland der Sportwetten, in dem rund die Hälfte des europäischen Wettumsatzes lukriert wird. In Kontinental-europa allein ist BetandWin sogar schon die Nummer eins. Aktionär Androsch, lapidar: „Bisher hat das Management alle Versprechen erfüllt. Das lässt für die Zukunft hoffen.“

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