Ist die Herbst-Wahl schon gelaufen?

Zur Bawag-Krise das Duell der Wahlmanager: Reinhold Lopatka, ÖVP, versus Norbert Darabos, SPÖ.

FORMAT: Krise der Bawag, Krise des ÖGB – ist die Nationalratswahl schon entschieden?
Lopatka: Sicher nicht, wir kennen nicht einmal alle Konkurrenten, die antreten wollen. Wir haben eine hoch mobile Wählerschaft bei guten Umfrageergebnissen, aber keine Partei ist schon im Ziel.
Darabos: Das sehe ich ebenso. Derzeit gibt es verständlicherweise einen medialen Hype um die Bawag, aber unsere Umfragen zeigen weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die wirklichen Themen sind noch nicht im Fokus: Arbeitsmarkt, Gesundheits- und Bildungspolitik.
FORMAT: Faktum ist: Die SPÖ lag bis vor kurzem klar vor der ÖVP, jetzt etwas hinter ihr. Der Kanzler hätte kein besseres Wahlkampfthema erfinden können, als es ihm jetzt vom ÖGB geliefert wurde.
Lopatka: Hier ist eben ein rotes Netzwerk implodiert, das hat Tradition: Bis heute ist der Konsum der größte Konkursfall der Zweiten Republik, der größte Bankenskandal ist jetzt leider die Bawag. Im Herbst geht es um eine Richtungsentscheidung: Wollen wir zurück zur altsozialistischen Politik, oder hat Bundeskanzler Wolfgang Schüssel die Chance, nach dreißig Jahren sozialdemokratischer Kanzler und Finanzminister für weitere vier Jahre die Hauptverantwortung zu übernehmen?
Darabos: Ich bin für die Zuspitzung dankbar: Nach sechs Jahren Kanzlerschaft Schüssel gehören wir jetzt zu den sechs von 25 EU-Staaten mit wachsender Arbeitslosigkeit, mit 80.000 zusätzlichen Arbeitslosen. Wir haben also keinen Beschäftigten-, sondern einen Arbeitslosenrekord. Auch in der rot-schwarzen Periode waren es Minister der ÖVP, welche die meisten Schulden zu verantworten hatten, Wirtschaftsminister Schüssel an der Spitze.

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