Ist Grasser falsch verbunden? Warum er die Telekom so schnell verkaufen will.

Nicht nur die Opposition ist gegen die "Verschleuderung", sondern auch die Wirtschaftspolitiker von FPÖ und ÖVP sehen Grassers Pläne kritisch.

Wilhelm Molterer hat einige eher schweißtreibende Tage hinter sich, und das lag nicht nur an den hochsommerlichen Temperaturen. Seit Montag telefonierte der ÖVP-Klubobmann die Wirtschaftsexperten seiner Partei durch, und von allen wollte er eines wissen:
Macht der Deal wirtschaftlich Sinn? Und wenn ja: Kann man ihn als „Fusion“ verkaufen?

Der Deal ist der Verkauf der ÖIAG-Anteile an der Telekom Austria an die mehrheitlich im Staatsbesitz befindliche Swisscom. Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat das Geschäft eingefädelt, und eigentlich sollte am Sonntag die ÖIAG den Verkauf beschließen.

Doch ganz so einfach dürfte das nicht werden. Denn quer durch alle politischen Parteien regt sich der Protest. Nicht nur die Grünen und die Sozialdemokraten stemmen sich gegen die „Verschleuderung“ von Staatseigentum (Arbeiterkämmerer Herbert Tumpel) – sondern auch die FPÖ und Teile der ÖVP. Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider spricht sich klar gegen einen Verkauf der Telekom aus, „weil es nicht vernünftig ist, ein derartig profitables Unternehmen, das noch dazu weiteres Entwicklungspotenzial hat, zu verkaufen“. Auch sein Kärntner Parteifreund, FPÖ-Generalsekretär Uwe Scheuch, kündigt an, den eventuellen Verkauf mit allen „Möglichkeiten, die der FPÖ zur Verfügung stehen“, zu bekämpfen.
Und auch Grassers Freunde vom ÖVP-Wirtschaftsflügel machen gegen den Verkauf mobil. Für Reinhold Mitterlehner, immerhin Generalsekretär der Wirtschaftskammer, macht der Deal einen „eigenartigen Eindruck“.

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