Isländer brauen aus dem Tiermehl von Walen Bier

Isländer brauen aus dem Tiermehl von Walen Bier

Die Walfang-Kontroverse ist um ein kurioses Kapitel reicher: Ende Jänner bringt eine isländische Brauerei ein neues Bier mit einer absurden Zutat auf den Markt: Tiermehl aus Finnwalen.

Die kleine isländische Brauerei Brugghus Stedja („Stedji“) arbeitet für das Bier mit dem Walfangunternehmen Hvalur hf, das Finnwale jagt, zusammen. Tiermehl der Wale, das beim Auskochen des Fleisches zur Gewinnung von Öl (Tran) als Nebenprodukt anfällt, wird der Maische beigemischt. Laut Etikett enthält das Bier neben isländischem Wasser, Malz und Hopfen "Walmehl von Hval hf, gefiltert und pasteurisiert."

"Es verwundert nicht, dass Kristján Loftsson, Besitzer von Hval hf,
hier seine Finger im Spiel hat. Im letzten Jahr machte er mit
Finnwalen als Treibstoff für seine Walfangschiffe und mit
Finnwal-Leckerchens für japanische Haushunde Schlagzeilen, nun kommt
also das Wal-Bier," sagt Astrid Fuchs, Kampagnenleiterin der
internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation, der Whale and Dolphine Conservation WDC.

Das Bier wird speziell für das isländische Thorrablot Festival
gebraut und nur zwischen dem 24. Januar und dem 22. Februar
angeboten. Zu dieser Zeit essen die Leute laut Arilíusson viele
Dinge, die normalerweise nicht auf den Tisch kommen. Nun haben sie
das Getränk zum Festival und können sich damit als echte Vikinger
fühlen.

Für die Wal- und Delfinschützerin Fuchs ist das Bier „der Gipfel der Geschmacklosigkeit“. Fuchs: "Schade, dass ein junges isländisches Unternehmen sich für Loftsson und seine Jagd auf eine bedrohte Art als Zugpferd für ihre Produkte entschieden hat. Ein majestätisches Lebewesen, das über 90 Jahre alt werden kann, zum Inhaltsstoff auf einer Bierflasche zu degradieren, ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit."

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