Investitionen sind keine Einbahnstraße

Russische Oligarchen mit besten Kreml-Kontakten gehen in Österreich auf Einkaufstour. Wie viel sind uns Menschenrechte und Pressefreiheit wert?

„BA-CA will russischen Bären erlegen“ oder „Österreicher wollen Hunger in Russland stillen“ titelten unsere Zeitungen in den vergangenen Wochen. Das kollektive heimische Wirtschaftsbewusstsein hat längst zu alten Imperialgrößen zurückgefunden. Das alles natürlich nicht ohne Grund: Österreichs Wirtschaft hat die vergangenen zwei Jahrzehnte bewiesen, dass sie Erfolg haben kann. Welterfolg sogar. Kaum eine Nation ist so erfolgreich in Osteuropa. Jeder dritte Euro geht dort bereits über die Bücher der österreichischen Banken. Immobilien werden mit großer Selbstverständlichkeit gekauft. Super- und Baumärkte tragen uns längst bekannte Logos. Getankt wird dort natürlich made in Austria. Das ist höchst beachtlich für ein Acht-Millionen-Einwohner-Land. Ich kann den verantwortlichen Unternehmern zu ihrem Pioniergeist nur gratulieren und der Politik für die Schaffung der richtigen Rahmenbedingungen danken.

Bei der letztwöchigen EBRD-Tagung im russischen Kazan wurden wieder viele österreichische Firmen gesehen. Wir selbst haben im Frühjahr die IMB, Russlands achtgrößte Bank, übernommen und mit ATON eines der führenden Brokerhäuser akquiriert. Warum wir über eine Milliarde Euro investieren? Weil wir erwarten, dass in drei Jahren bereits die Hälfte der Gewinne, die Banken in Osteuropa erzielen, aus Russland kommen werden. Weil wir an den Markt glauben. Weil wir dem Markt vertrauen.

Bei aller Diskussion um „Russenquoten am Lift“ und „Oligarchen auf Einkaufstour“: Investitionen dürfen in Europa keine Einbahnstraße sein. Investitionen haben, in die Alltagssprache übersetzt, etwas mit Vertrauen zu tun. Hier glaubt jemand an die österreichische Wirtschaft, an die politische Stabilität in diesem Land und an die Unternehmensführung.

Das ist beim Einsatz von mehreren Milliarden Euro nicht unwesentlich. Es gibt meiner Meinung nach nur gute oder schlechte Investoren. Die Nationalität ist dabei ein Nebenaspekt.

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