Interview der Woche: „Ich bin für Jamaika“

Finanzminister Karl-Heinz Grasser über die deutsche Wahl, seine Lieblingskoalition, die Unterschiede zwischen Schröder und Schüssel und die guten Seiten am hohen Ölpreis.

FORMAT: Herr Grasser, haben Sie schon Ihren nächsten Urlaub gebucht?
Grasser: Nein, wieso?
FORMAT: Wir dachten, Sie fahren nach Jamaika. Das ist jetzt die neue schicke Insel.
Grasser (lacht): Ich bin zurzeit mehr denn je gerne in Österreich.
FORMAT: Nun, wie interpretieren Sie das komplizierte deutsche Wahlergebnis?
Grasser: Einerseits eine klare Abwahl seitens des Wählers von Rot-Grün. Andererseits auch ein überraschend niedriges Votum für Frau Merkel.
FORMAT: Woran lag das?
Grasser: Deutschland regierte ein Medienkanzler, der inhaltlich wenig zu bieten hatte: Rekordarbeitslosigkeit, Rekorddefizit, niedriges Wirtschaftswachstum. Aber Schröder ist ein blendender Verkäufer mit dem absoluten Willen zur Macht.
FORMAT: Schröder läuft ja sogar Ihnen den Rang ab, was den Verkauf betrifft.
Grasser: Ich sehe das so: Inhalte sind das Wichtigste in der Politik, aber sie müssen auch gut verkauft werden. Bei Schröder fehlt der Inhalt, das wird mit Verkaufen kompensiert. Merkel ist inhaltlich gut, aber sie hat es nicht geschafft, die Wende richtig zu verkaufen. In Österreich ist die Situation ganz anders.
FORMAT: Inwiefern?
Grasser: Wir haben im Inhalt und in der Kommunikation einen sehr guten Kanzler, aber einen farblosen Herausforderer. Ich bin mir sicher, der erfolgreiche Weg in Österreich wird fortgesetzt. Meine Sorge für Deutschland ist, dass mit dieser Pattsituation Zeit vergeudet wird, die man ohnehin nicht hat.

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