Institute machen mit Umfragen keine Politik

Nach dem für alle überraschenden Wahlergebnis müssen die Meinungsforscher viel Kritik einstecken. Zu Recht? Hier ihre Replik:

Ich kann mich der Annahme nicht anschließen, dass die Meinungsforschung so danebenlag. Das bezieht sich sowohl auf unser Institut als auch auf die Publikationen anderer Institute. Aber sehen wir die Daten näher an: Ich beziehe mich hier auf unsere letzte Untersuchung am 27. September 2006:
Für die SPÖ hatte Gallup 34 Prozent gemessen, am Wahlabend erhielten die Sozialdemokraten 35,7 Prozent. Das bedeutet hier eine Abweichung von 1,7 Prozent. Die FPÖ hatten wir bei zehn Prozent, letztlich ist sie bei 11,2 Prozent gelandet, auch hier eine Abweichung innerhalb der Schwankungsbreite, bei den Grünen war sie noch geringer. Und das BZÖ lag bei Gallup bei drei Prozent, was ebenfalls nicht weit vom tatsächlichen Ergebnis entfernt ist.

Alle Ergebnisse mit Ausnahme jenes der ÖVP lagen also zwischen 1,7 Prozent und 0,2 Prozent und sind damit innerhalb der statistischen Schwankungsbreiten. Die einzig größere Abweichung von 3,8 Prozent gab es bei der ÖVP. Diese Differenz entstand in der letzten Phase des Wahlkampfes. Wie die SORA-Wählerstromanalyse des Kollegen Ogris zeigt, hat die ÖVP 215.000 Stimmen an die Nichtwähler verloren. Und diese Entscheidung zur Wahlenthaltung fand erst in den letzten Tagen vor der Wahl statt. Die meisten entsprechenden Umfragen zeigten einen hohen Anteil an Unentschlossenen bzw. Nichtwählern. Diese Gruppe kann nur ungefähr erfasst werden. Sie wird aus folgenden Antwortkategorien gebildet:
„Ich weiß noch nicht, wen ich wählen werde“. „Ob ich zur Wahl gehen werde“. „Ich weiß, wem ich meine Stimme geben werde, will es aber nicht sagen“. „Ich gehe nicht zur Wahl“. Es ist ein wesentliches Problem, diese Antwortkategorien exakt hochzurechnen. Gegen die Annahme, dass Institute mit ihren Umfragen Politik machen, verwehre ich mich ganz entschieden. Hier müssen wir zwischen den durchführenden Instituten und den Auftraggebern unterscheiden. Es kann durchaus sein, dass bestimmte Ergebnisse bzw. Teilergebnisse von den Auftraggebern veröffentlicht werden. Das liegt aber nicht im Einflussbereich der Institute.

Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller und der "Sedric", der vollelektrisch und autonom fahrende Minivan.

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