Insignien der Macht

Statussymbole bedeuten Macht. Wer in Österreich welchen Dienstwagen fährt. Und: Wie das Chefbüro eingerichtet sein muss.

Zwei Jahrzehnte schon ist er Leo Wallners ständiger Begleiter. Höchstens einmal ums Eck wartet Herr Scheidler im nachtblauen Mercedes 450 SE auf Abruf bereit auf seinen Chef, wenn dieser pünktlich zu Konferenzen, Meetings oder Geschäftsessen erscheinen muss. 15 Stunden pro Woche kutschiert Herr Scheidler den Casinos-Austria-General durch Österreich. Für diesen wären es 15 vergeudete Stunden, wenn er sich nicht auf der Rückbank ein mobiles Büro eingerichtet hätte – Telefonanlage, Fernsehgerät und Notebook inklusive.

„Ich lese Zeitungen, habe immer die wichtigsten Unterlagen mit dabei und erledige auch nahezu meine gesamte Korrespondenz unterwegs“, erklärt Wallner, der auch als Vorsitzender des Österreichischen Olympischen Komitees viel on the road ist. Als Statussymbol sieht er folglich weder die Limousine noch den treuen Gefährten am Steuer. „Ohne Chauffeur wäre es aufgrund der Parkplatzknappheit unmöglich, irgendwo pünktlich zu erscheinen. Und ein verlässliches, standesgemäßes Auto ist absolute Voraussetzung für Lebensqualität und repräsentatives Auftreten.“

Leo Wallner liegt damit ganz im Trend. Nicht Porsche oder Ferrari gelten als schick, sondern Klassiker von Audi und Mercedes, die zwar imposant wirken, aber letztlich auf den Faktor Understatement setzen. „Es wäre für fast jeden Manager untragbar, in Zeiten des allgemeinen Sparens mit sündteuren Karossen zu protzen. Das würde ihn Sympathien bei Mitarbeitern wie Kunden kosten“, weiß Unternehmensberater Othmar Hill. Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler, als Hotelmanagerin tagtäglich von Luxus und Statussymbolen umgeben, sieht das ähnlich: „Wer seinen Mitarbeitern Wasser predigt, büßt an Glaubwürdigkeit ein, wenn er selbst Wein trinkt.“ Man schweigt und genießt im Stillen – unterwegs wie im eigenen Büro.

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