Inflationsbekämpfung lautet Wettbewerb

„Einmalig Almosen zu verteilen mag politisch populär sein, sinnvoll ist es allerdings nicht.“

Die aktuell höhere Inflationsdynamik in Österreich hat internationale und hausgemachte Gründe. Neben den weltmarktbedingt höheren Preisen für Energie und Nahrungsmittel sorgen in verstärktem Maß „Austriaka“ für Kaufkraftverluste. Österreich hat sich daher in den letzten Monaten nicht mehr als Hort der Preisstabilität ­qualifiziert, während die heimische Inflationsrate zuvor – seit der Einführung des Euro – durchgängig unterhalb der euro­päischen lag. Höhere Inflationsraten stellen eine Herausforderung für die europäische Geldpolitik dar und unterstreichen zugleich aber auch, dass Strukturreformen auf nationaler Ebene erforderlich sind: Einmalig Almosen zu verteilen und sonst auf eine Wettbewerbsvermeidungspolitik zu setzen mag politisch populär sein, sinnvoll ist es nicht, um das Problem an der Wurzel zu packen. Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Wettbewerb, insbesondere im Bereich der Dienstleistungen. Deregulierung, Liberalisierung und Privatisierung erhalten und steigern die Kaufkraft. Das beste Beispiel dafür ist der funktionierende Telekommunikationsmarkt. Bei der öffentlichen Hand ist ein Gebührenstopp angezeigt: Gebührenerhöhungen in manchen Kommunen belasten eine Durchschnittsfamilie mit bis zu 180 Euro im Jahr, die erhöhten ORF-Beiträge steuern ebenso das Ihre zum Preisauftrieb bei. Darüber hinaus würde ein Erhöhungsstopp beim Bund helfen, die Inflation zu verringern.

Österreich braucht eine nachhaltige Wirtschaftspolitik, welche die Inflationsentwicklung im Auge behält und hausgemachten Preistreibern wie Gebührenerhöhungen durch Produktivitätssteigerungen entgegenwirkt!
Was Österreich hingegen nicht braucht, ist etwa eine staatlich verordnete Überwachung der Lebensmittelpreise. Da genügt ein Blick nach Venezuela, wo Einzelhändlern Preise vor­geschrieben werden – und die Regale leer bleiben. Wir brauchen sicher nicht mehr Regulierung, sondern mehr Freiraum für Wettbewerb.

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