Industriellenvereinigung: Sorgers Lobbying Maschine

Der neue Präsident der IV heißt Veit Sorger. Der Frantschach-Generaldirekor übernimmt eine der effektivsten Lobbyingorganisationen des Landes.

Auf dem Weg in sein neues Büro bleibt Veit Sorger nicht einmal genug Zeit, den Leitartikel der „Financial Times“ zu lesen, seiner erklärten Lieblingszeitung. Die zweieinhalb Kilometer von der Konzernzentrale der Frantschach AG in der Wiener Kelsenstraße ins Haus der Industrie am Schwarzenbergplatz 4 legt sein Fahrer in fünf Minuten zurück, eine rote Ampelphase schon mitgerechnet.

Seit Donnerstagvormittag ist Veit Sorger offiziell Präsident der Industriellenvereinigung. Und nicht nur die Nähe der Arbeitsplätze spricht für den 62-Jährigen: Mit Sorger wurde „einer der erfolgreichsten Manager Österreichs“ (IV-Vorstand Claus Raidl) an die Spitze gewählt: In den letzten zehn Jahren hat der gebürtige Steirer aus der Papierfabrik Frantschach einen der innovativsten Verpackungskonzerne Europas gemacht. Zu Jahresende wird er aus dem Vorstand in den Aufsichtsrat wechseln – um sich ganz seiner neuen Funktion zu widmen. Denn, so Sorger: „Die Industrie der Zukunft wird ganz anders aussehen als heute – und wir liefern dazu die Ideen“ (siehe Interview im neuen FORMAT).

Auf den ersten Blick wirkt Sorgers neue Wirkungsstätte eher bescheiden. Über 9.000 Mitarbeiter hat der leidenschaftliche Jäger bei Frantschach unter sich, bei einem Umsatz von 1,93 Milliarden Euro. Bei der IV ist er nur noch Herr über 65 Mitarbeiter und ein Bugdet von gut 20 Millionen Euro.

Die Lobbying-Erfolge der Industrie. Doch der Schein trügt. Sorgers Vorgänger Peter Mitterbauer hat gemeinsam mit Generalsekretär Lorenz Fritz aus einem Klub gesetzter Herren eine äußerst schlagkräftige Lobbyingagentur gemacht. Die jüngsten Erfolge sprechen für sich: Die gesetzliche Regelung beim CO2-Zertifikatehandel wurde entschärft, die Energiesteuerrückvergütung eingeführt – und vor allem: Die Körperschaftsteuer wurde auf Drängen der IV in einem Schritt auf 25 Prozent gesenkt.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT
PLUS: Der neue IV-Chef Veit Sorger im FORMAT-Interview über seine Pläne und Schwarz-Blau.
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