„In Europa sind wir Nummer 1“

Interview mit Martin Broughton, dem obersten Strategen der British Airways. Wie schaffen es die Briten, in einer schwierigen Branche Riesen-Profite einzufliegen?

Obwohl noch nicht zum Sir geadelt, ist Martin Broughton, Chairman und damit oberster Stratege der British Airways, in der englischen Upper Class höchst angesehen. Erst am Dienstag empfing er die Queen auf der renommierten – und gerade renovierten – Pferderennbahn Royal Ascot – denn der 59-Jährige ist neben seinem Airline-Job auch Vorsitzender der Pferderennsportvereinigung British Horseracing Board.

Unmittelbar nach den Galoppbewerben musste sich auch Broughton sputen – und flog am selben Abend nach Wien. Beim EU-USA-Gipfel vertrat der gebürtige Londoner die Interessen der europäischen Konzerne. FORMAT nutzte die Gelegenheit zum Interview.

Dabei ging es indes nicht um transatlantische Beziehungen, vielmehr war die erstaunliche Performance der British Airways, die 36 Millionen Passagiere pro Jahr befördern, Kernthema: Während die heimische AUA im Vorjahr mit 52 Millionen Euro Betriebsverlust in Turbulenzen geriet, flog die British Airways eine Milliarde Euro Betriebsgewinn ein – trotz des Ansturms der Billigflieger und exorbitant hoher Kosten für Flugzeugtreibstoff.

„British Airways hat es geschafft, sich überall dort, wo sie ineffizient waren, anzupassen“, analysiert Low-Cost-Airliner Niki Lauda. Zudem seien die Briten unter den Netzcarriern die innovativsten. „In der Business Class auf der Langstrecke hatte British Airways schon vor fünf Jahren Sitze, die sich in flache Betten verwandeln ließen“, erzählt Lauda mit Seitenhieb auf die AUA, die erst heuer Ähnliches umsetzt. Dank des Servicearguments konnten die Briten sich sogar erlauben, den Kerosinpreiszuschlag auf der Langstrecke von Mai 2004 bis heute siebenmal anzuheben, ohne dass die Kunden davonliefen. Im Gespräch mit FORMAT verrät Chairman Martin Broughton seine Erfolgsrezepte.

FORMAT: British Airways ist eine nationale Airline, die AUA auch. Aber Sie machen Riesengewinne und die AUA Riesenverluste. Woran liegt das?
Broughton: Wir haben viel Zeit in den Aufbau einer Marke investiert. Jetzt haben wir das Image einer Airline, die einen hohen Servicelevel bietet. Die Folge: Wir können für unsere Tickets höhere Preise verlangen als andere.
FORMAT: Die AUA leidet extrem unter den gestiegenen Kosten für Kerosin.
Broughton: Auch wir können die Mehrbelastung nicht in vollem Ausmaß an die Kunden überwälzen. Also haben wir schon sehr früh begonnen, unsere Kosten zu reduzieren.

Das komplette Interview lesen Sie im neuen FORMAT

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