Immobilienboom in London: Ukrainer und Brasilianer befeuern den Markt

Immobilienboom in London: Ukrainer und Brasilianer befeuern den Markt

Eigenheime in London sind bei Reichen in Krisenländern schwer beliebt. Schon während des Arabischen Frühlings und der EU-Schuldenkrise kauften Investoren gerne Immobilien in London. Bewohnt werden die wenigsten Luxus-Objekte. Investoren dienen Immobilien in Top-Wohnlagen lediglich als Anlagehafen.

London. Luxusimmobilien in London locken nun auch immer mehr Superreiche aus Schwellenländern an. Die Nachfrage von Anlegern aus der Ukraine, Brasilien und Argentinien legte zuletzt sprunghaft zu, wie aus Daten der Maklerfirma Knight Frank hervorgeht, die am Freitag veröffentlicht wurden. Demnach interessierten sich im Januar doppelt so viele Brasilianer für ein Haus in der britischen Hauptstadt wie vor einem Jahr, bei Argentiniern und Ukrainern waren es immerhin zwei Drittel mehr. "Das ist eine weitere Welle von Käufern, die auf den Londoner Luxus-Immobilienmarkt zukommt", sagte Knight-Frank-Experte Tom Bill. Top-Wohnlagen in London sind bei Superreichen als Anlagehafen beliebt. Neben der politischen Stabilität bietet Großbritannien vergleichsweise geringe Steuern für Immobilienbesitzer.

In London schnellten die Preise im Schlussquartal 2013 im Vorjahresvergleich um fast 15 Prozent in die Höhe, wie aus Daten der Hypothekenbank Nationwide hervorgeht. In Spitzenlagen war der Anstieg sogar noch höher. Inzwischen sind die Preise in London so hoch, dass sich viele Briten dort kein Eigenheim mehr leisten können.

Auch während des Arabischen Frühlings und der Schuldenkrise in den Euro-Staaten kauften Investoren aus betroffenen Staaten Eigenheime in London. Nun rücken die Schwellenländer in den Blickpunkt. Brasilien gehört zu den sogenannten "gefährdeten Fünf", die besonders unter Kapitalflucht leiden, nachdem die US-Notenbank (Fed) auf einen strafferen geldpolitischen Kurs umgeschwenkt ist. Argentinien steckt derzeit inmitten einer Währungskrise. Die Ukraine wird von politischen Turbulenzen gebeutelt.

Nicht immer ziehen die Superreichen nach dem Kauf ihres neuen Luxusdomizils ins verregnete London um. Erst vor wenigen Tagen sorgte die Tageszeitung "Guardian" mit einem Bericht für Aufsehen, wonach in der "Millionärsstraße" The Bishops Avenue mehrere Villen leer stehen und verfallen.

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