„Ich will kein Rambo sein“

ORF-Chef Wrabetz zieht Bilanz über sein erstes Jahr: Warum alles neg ativ gesehen wird und er zu Unrecht als nicht entscheidungsfreudig gilt.

FORMAT: Herr Wrabetz, man kann wohl sagen, dass Ihr erstes Jahr nicht nach Wunsch verlaufen ist?
Wrabetz: Sicher nicht ganz. Aber es ist auch einiges Bemerkenswertes gelungen. Wir haben die DVB-T-Umstellung weitgehend bewältigt. Wir haben die finanziellen Grundlagen gesichert, was die Gebührenseite betrifft. Und wir haben mit 1,9 Prozent den niedrigsten Lohnabschluss im ganzen Land – also durchgesetzt, dass auch die Mitarbeiter einen substanziellen Beitrag zum vorgegebenen Sparkurs leisten.
FORMAT: Allerdings war Ihr Ziel eine Nulllohnrunde?
Wrabetz: Na, wenn ich mit 1,9 Prozent als Angebot begonnen hätte, wären wir nicht dorthin gekommen.
FORMAT: Ihr wichtigstes Projekt für 2007, die Programmreform, ist gescheitert?
Wrabetz: Nein, langsam und präzise, bitte. Wir liegen jetzt knapp unter 40 Prozent Marktanteil, was – zugegeben – auch besser sein könnte. Aber in wesentlichen Zeitzonen haben wir uns deutlich verbessert. Sendungen wie die „ZiB 20“ oder „Wir sind Kaiser“ haben sich sehr gut etabliert. Wir haben 30 Sendungen
im Frühjahr 2007 neu gemacht. 25 davon gehen ins neue Jahr. Die öffentliche Wahrnehmung fokussiert sich aber auf die fünf Sendungen, die sich nicht behauptet haben.
FORMAT: In der Wahrnehmung vieler ist das Magazin „Konkret“ der einzige Erfolg der Programmreform …
Wrabetz: Stimmt aber nicht. ORF 2 steht etwa in der Zeitzone zwischen 17.20 und 20.15 Uhr besser da als vor einem Jahr, unter anderem, weil Sport und „Seitenblicke“ nicht mehr gegeneinander antreten. Ich könnte da jetzt viele Beispiele aufzählen. Außerdem gibt es qualitative Verbesserungen wie den Euro-Film oder „kreuz und quer“ auf einem früheren Sendeplatz – im Bewusst-sein, dass das Marktanteile kostet.

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