Ich habe etwas Bleibendes geschaffen

Im Exklusiv-Interview mit FORMAT spricht Alessandro Profumo, Vorstandschef der UniCredit Group, über die Zukunft der BA-CA, die Globalisierung der Bankenbranche und seinen eigenen Führungsstil.

FORMAT: Herr Profumo, Anfang dieser Woche hat die UniCredit den Abschluss des Mergers mit HVB und BA-CA gemeldet. Damit haben Sie Ihren eigenen Zeitplan sogar noch unterboten. Ist das alles wirklich so glatt gelaufen?
Profumo: Ich bin tatsächlich sehr zufrieden und auch stolz auf das, was wir da zusammengebracht haben. Aber natürlich gab es da und dort Schwierigkeiten oder unvorhergesehene Herausforderungen, die wir lösen mussten.
FORMAT: Was waren die größten Probleme bei diesem Zusammenschluss?
Profumo: Die größte Herausforderung war, innerhalb kurzer Zeit die Kompetenzen in den einzelnen Häusern zu identifizieren und Vorteile und Stärken so zusammenzufügen, dass sie ihr Potenzial am besten entfalten können. Eine Fusion ist ja nicht ein einfaches Zusammenmischen der Teile, sondern es entsteht daraus etwas Neues. Das ist immer spannend und immer auch etwas unvorhersehbar.
FORMAT: Der Kauf der HVB und damit der BA-CA war der erste grenzüberschreitende Banken-Merger in Europa. Viele Experten waren der Meinung, dass solche Deals wegen der unterschiedlichen Kulturen und der Differenzen in den Rechtssystemen wenig Synergien bringen. Welche Rolle spielen diese Differenzen wirklich?
Profumo: Natürlich gibt es Unterschiede, aber die kann man auch als Bereicherung sehen. Es ging ja nicht darum, der HVB oder BA-CA die UniCredit-Kultur überzustülpen. Was die Synergieeffekte betrifft, kommt es darauf an, von welchem Bereich man spricht. Natürlich gibt es in der EDV, im Investmentbanking oder im Commerzgeschäft Synergien durch einen Cross-Border-Merger. Im lokalen Retail-Geschäft eher nicht.
FORMAT: Was sind die spezifischen Stärken und Schwächen von UniCredit, BA-CA und HVB. Wie unterscheiden sich die Unternehmenskulturen?
Profumo: Italiener und Österreicher sind sich eigentlich überraschend ähnlich. Das war meine Erfahrung hier in der BA-CA. Wir sind emotional, können Begeisterung aufbringen, und die Stärken liegen in einem großen Pragmatismus. Wir sind sehr flexibel. Geht etwas nicht wie geplant, dann machen wir es eben anders. Dafür sind wir eben auch weniger strukturiert, etwas chaotisch. Ich würde sagen, das Maß an Entropie ist in Italien und Österreich größer.

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