Hypo-Alpe-Adria: Kärnten is lei ans

Die Hypo-Spekulationsaffäre gefährdet die Finanzierung wichtiger Prestigeprojekte. Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider steht unter Druck.

Kärnten und Kulterer. Das sind zwei Ks, die zusammengehören. Ohne den Chef der Hypo Alpe-Adria-Bank, Wolfgang Kulterer, geht in Kärnten wenig. Die Hypo finanziert Tourismusprojekte, sorgt für ausgelassene Feiern, gibt gegen Pfändung Vorschüsse an klamme Parteien – kurzum: Sie erfüllt Wünsche. Vor allem die von Landeshauptmann Jörg Haider. Schließlich befindet sich die Bank fast zur Hälfte im Besitz des Landes.

Diese Symbiose aus Politik und Wirtschaft hat jedoch ihr vorläufiges Ende gefunden. Denn der Wirt muss sich jetzt um sein eigenes Überleben kümmern: Die Spekulationsverluste aus dem Herbst 2004 in Höhe von 328 Millionen Euro fressen eineinhalb Jahresgewinne der Hypo Bank auf. Kredite und Beteiligungen an prestigeträchtigen Objekten müssen nun warten.

Diskussionen gibt es auch um die Sicherung der Einlagen und die Vergabe der Gelder des gepriesenen Zukunftsfonds des Landes Kärnten. Der Fonds wird aus den 500 Millionen Euro gespeist, die das Land Kärnten über ihre Landesholding vor einem Jahr durch Begebung einer Wandelanleihe eingenommen hat. Zurückgezahlt soll die Schuldverschreibung über die Einnahmen aus dem Börsengang der Hypo Alpe-Adria-Bank werden. Dafür sind spätestens im Juni 2008 mehr als 550 Millionen Euro fällig.

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