Hohe Zinsen & guter Service gegen Inflation

Die Inflation ist laut Statistik Austria von 3,7 Prozent im Mai im Vormonat auf 3,9 Prozent angestiegen. Damit ist die Teuerung in Österreich derzeit so hoch wie zuletzt im April 1993. Gleichzeitig mit der Geldentwertung kratzt der Euribor-Zinssatz wegen der globalen Finanzkrise nach einem deut­li­chen Rückgang zu Jahresbeginn wieder an der Fünfprozentmarke.

Wie prekär die Lage wirklich ist, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr: Der Dreimonats-Euribor lag im April 2007 nur etwa 0,1 Prozent über den Leitzinsen der Europäischen Zentralbank. Heute notiert er etwa 0,7 Prozent über den Leitzinsen von 4,25 Prozent (s. Chart). Das kommt Banken teuer zu stehen, denn sie verrechnen ­­einander für Geldausleihungen den Dreimonats-Euribor.

Für Sparer hingegen ist die Kreditklemme ein Segen, denn die für täglich fälliges Geld offerierten Zinsen verharren weiter auf einem hohen Niveau. So zahlt etwa livebank.at, die Onlineschiene der Volksbank Kufstein, derzeit 4,55 Prozent Zinsen auf jederzeit behebbares Geld. Diese hohen Zinsen gelten bereits für Einlagen ab zehn Euro. Zusätzlich ist das Prozedere für die Eröffnung eines kostenlosen Onlinekontos, auf das die Sparbeträge in fixer oder beliebiger Höhe überwiesen werden können, ­simpel gestrickt. Die rasche Kommu­nikation erfolgt ausschließlich online. Ein wenig komplizierter wird es bei der Allianz, die Sparwilligen ab dem ersten Euro momentan 4,25 Prozent Zinsen für täglich fällige Guthaben boniert. Nach dem Ausfüllen des Anmelde­formulars gilt es abzuwarten, bis sich ein Berater der Allianz telefonisch meldet und einen Termin für ein persön­liches Treffen vereinbart. Bei einem von FORMAT durchgeführten Testlauf hat sich das bisherige Ausharren (bis Redaktionsschluss vergingen nach dem Ausfüllen des Antragsformulars bereits sechs Tage ohne Rückmeldung eines Beraters) jedoch noch nicht gelohnt.

Wer sich bei bankdirekt.at als Neukunde einfindet, erhält noch bis Ende Juli 4,45 Prozent Zinsen auf jederzeit verfügbare Einlagen bis zu einem Maximum von 20.000 Euro gutgeschrieben. Bei den Formalitäten geben sich bankdirekt.at wie livebank.at unkompliziert. Der Er­öffnungsantrag für das kostenlose Konto kommt per Post ins Haus und wird auf dem gleichen Weg ausgefüllt retourniert. Selbst mit den besten Zinsen auf täg­lich verfügbares Geld gelingt es derzeit nicht, die hohe Inflation vollkommen ab­zufedern. Denn nach Abzug der Kapitalertragsteuer, die 25 Prozent der Zinsen ausmacht, bleibt auf Jahressicht von den Zinsen des österreichischen Bestbieters livebank.at mit 3,4125 Prozent knapp weniger übrig als die Teuerung auffrisst. Dafür ist das Geld aber bis 20.000 Euro wegen der Einlagen­sicherung absolut sicher verwahrt.

Christian Keuschnigg, Professor für Nationalökonomie an der Universität St. Gallen und Leiter des Wirtschaftspolitischen Zentrums in Wien.

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