Höher, weiter, teurer: Himalaja-Express

Höher, weiter, teurer – eine neue Bahnstrecke verbindet Tibet mit Peking und bricht dabei alle Rekorde. Bei der Eröffnung wurde sie als „Wunder für die Welt“ gefeiert.

Zur Eröffnung in der nordwestchinesischen Stadt Golmud kam auch Hu Jintao, der Präsident der Volksrepublik China, angereist. „Das Projekt ist nicht nur ein Meisterstück chinesischen Bahnbaus“, verkündete er feierlich in der Hauptstadt der Provinz Qinghai, „sondern auch ein großes Wunder für die Welt.“ Und dann setzte sich der Zug mit dem Namen „Qing 1“ in Richtung Tibet in Bewegung, und fast 3.000 Ehrengäste applaudierten hingebungsvoll.

Damit war am 1. Juli eine der spektakulärsten Bahnstrecken der Welt eröffnet worden. Sie führt von Peking über Golmud nach Lhasa, aufs Dach der Welt. Die Reise von der chinesischen Hauptstadt nach Tibet dauert 48 Stunden, etwas mehr als 4.000 Kilometer ist die Strecke lang, sie führt über 5.000 Meter hohe Pässe und erreicht an ihrer höchsten Stelle 5.072 Meter. Das ist mehr als 200 Meter höher als der höchste Punkt der Lima-Huancayo-Linie über die peruanischen Anden – und damit ist sie die höchste Bahnstrecke der Welt. Fast 1.000 Kilometer der Strecke liegen mehr als 4.000 Meter über dem Meeresspiegel. Der Bahnhof am Tanggula-Pass ist nun die höchstgelegene Station der Welt. Und weil das Ganze in China ist, kostet die Fahrt fast nichts. Wer am Hauptbahnhof von Peking ein Ticket dritter Klasse – also mit „hartem Sitz“ – nach Lhasa löst, zahlt dafür 389 Yuan, das sind nicht einmal 40 Euro. Die erste Klasse – mit „weicher Liege“ – kostet das Dreifache.

Eine Bahnstrecke nach Lhasa hatte sich schon Mao Tse-tung, der Große Vorsitzende, gewünscht. „Ich werde nicht ruhig schlafen, bis die Eisenbahn von Qinghai nach Tibet gebaut ist“, soll er 1973 dem König von Nepal gesagt haben. Wenn’s so ist, dann wird er wohl den Rest seines Lebens nicht gut geschlafen haben. Bis 1984 wurde die 3.000 Kilometer lange Teilstrecke von Peking nach Golmud fertig gestellt. Dann war Pause. Erst 2001 wurde mit dem Bau der Strecke von Golmud nach Lhasa begonnen. 3,3 Milliarden Euro betrugen am Ende die Baukosten.

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