Hinauflizitieren ist teilweise sehr unappetitlich

„Unterstützung wäre für alle Beteiligten notwendig gewesen – auch für die Exekutive.“

Es geht hier um eine ethisch vertretbare und seriöse Berichterstattung. Weiters ist wichtig, dass die Medien wenigstens versuchen sollten, den Menschen Natascha Kampusch mitzudenken. Sie ist kein Gegenstand, über den andere verfügen können. Menschen, die selber mit der Situation überfordert sind, werden durch finanzielle Anreize dazu gebracht, etwas zu sagen, was sie vielleicht sonst nicht mitgeteilt hätten. Wir sind dabei, diese Situation jetzt zu kanalisieren – und ich erwarte mir von den Medien eine diesbezügliche Kooperation.
Die finanzielle Absicherung für die Zukunft ist dabei sicher ein Thema, das mit zu berücksichtigen ist. Die Kosten der Therapie werden von der Stadt Wien und dem Weißen Ring getragen. Ob sie einen Teil davon zurückzahlen wird müssen, muss man erst sehen. Wohl eher nicht.
Das Problem ist derzeit, dass das Thema weltweit von Interesse ist. Die Medien lizitieren sich gegenseitig rauf. Das ist teilweise sehr unappetitlich. Denn es geht dabei nicht um die Situation von Frau Kampusch und auch nicht darum, was das alles für sie bedeutet. Eigentlich sollte es aber genau darum gehen.

Es werden jetzt schon Dinge geschrieben, die die Intimsphäre von Frau Kampusch verletzen. Daher wünsche ich mir, dass ein Kodex für Medienethik entwickelt wird. Das Problem ist, dass das Thema viele betrifft, alle betroffen macht und alle überfordert. Ich denke, da wäre auch eine Unterstützung für alle anderen am Fall beteiligten Personen notwendig gewesen. Für die Familie genauso wie für die Exekutivbeamten. Es kann nicht sein, dass eine junge, unerfahrene Beamtin vor die Medien gestellt wird und ausplaudert, was sie gehört hat oder was sie meint, verstanden bzw. gehört zu haben.
Wichtig ist jetzt für Frau Kampusch, dass sie gut beraten ist. Damit sie für sich einschätzen kann, welche Konsequenzen ihre Entscheidung für ihr weiteres Leben bedeutet.
Ob es ihr psychologisch gut tut, über das Erlebte zu reden, hängt davon ab, wie seriös das vonstatten geht. Demnach können die Auswirkungen gut oder schlecht sein. Frau Kampusch liest alles, was über sie geschrieben wird.

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