Helga Rabl-Stadler: Die Patronin von Salzburg

Helga Rabl-Stadler: Die Festspiel-Chefin erwartet ihren erfolgreichsten und aufreibendsten Sommer.

Sie ist die Jeanne d’Arc der Festspiele. Ihre ärgsten Feinde sind potenzielle Budgetlöcher, die sie jahraus, jahrein zu eliminieren sucht. Deshalb hat die Salzburgerin auch kein entspannenderes Privatleben als die Heldin aus Orléans.
„Erfolge beruhen selten auf einem Geheimnis, immer auf harter Arbeit“, sagt Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele. „Ich bin unbegrenzt belastbar, anders ginge es nicht: um sechs Uhr aufstehen, alles andere wäre zu spät. Dann geht es ab halb acht los und erst irgendwann nach Mitternacht ins Bett.“

Im Übrigen sei die permanente Sponsorensuche für das Festival „eine minutiöse Ganzjahresbeschäftigung. Es gibt keine Woche im Jahr ohne wenigstens eine Reise zu den Sponsoren und Freunden der Festspiele“, schildert die Topmanagerin.

New York, London, Mailand, die Metropolen in den Beitrittsländern. Dazwischen rasch ein Treffen mit dem US-Milliardär Donald Kahn im Salzburger Café Tomaselli. Das zehrt. „Aber wenn man damit einen derartigen Erfolg lukriert wie derzeit die Festspiele, dann hat man auch die notwendige Kraft“, putscht sich die Präsidentin auf.

Tatsache: Die Salzburger Festspiele 2003 – sie starten dieses Wochenende – könnten die kommerziell erfolgreichsten in der Historie Salzburgs werden. „Der Kartenvorverkauf“, so Rabl-Stadler, „liegt zwanzig Prozent über der budgetären Schätzung. ‚Hoffmanns Erzählungen‘ und ‚Don Giovanni‘ sind hoffnungslos ausgebucht. Für alle anderen Opern hat es Sinn, nach Restkarten zu fragen. Was mich aber am meisten freut: Unsere Uraufführung, Hans Werner Henzes ‚L’Upupa‘ in der Felsenreitschule, ist bereits zu 90 Prozent ausgebucht! Ansonsten tümpeln Uraufführungen meist zwischen 30 und 60 Prozent Auslastung dahin.“

Dazu kommt noch: „Was das Sponsoring angeht, können wir heuer ebenfalls einen Rekord vermelden: Wir haben erstmals fünf Hauptsponsoren – Siemens, Uniqa, Nestlé, Audi und Austrian Airlines –, und das in dieser ökonomisch schwierigen Zeit! Im Übrigen hoffen wir, dass unser Programm so anziehungskräftig ist, dass uns die Förderer auch in Zukunft erhalten bleiben.“

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