Heiße Ballnächte: Networking im 3/4-Takt

Die Eliten aus Wirtschaft, Politik und Kultur nutzen die Traditionsbälle zum Knüpfen und Pflegen von Biz-Kontakten. Alles über die Highlights der Saison.

Leo Wallner weiß genau, wie wichtig es ist, auf die richtige Karte zu setzen. „Für den Erfolg ist nicht nur Know-how von großer Bedeutung“, erklärt der Generaldirektor der Österreichischen Casinos, „sondern auch Know-whom.“ Er bringt damit auf den Punkt, was den Wiener Opernball zum wichtigsten österreichischen Event der nationalen und internationalen Eliten aus Wirtschaft, Politik und Kultur macht. „Networking spielt hier natürlich eine bedeutende Rolle“, so Wallner. Was auch UNIQA-Chef Konstantin Klien zu schätzen weiß: „Der Opernball bietet eine Mischung aus Business und Networking.“ Die Einschätzung der Topmanager lässt sich sogar wissenschaftlich beweisen. Der Opernball, das ergab die Auswertung der „Seitenblicke“-Sendungen der vergangenen drei Jahre durch das Wiener Forschungsinstitut für soziale Netzwerkanalyse, ist das ultimative Networking-Event des Landes. Denn hier treffen sich Eliten aus verschiedensten Bereichen – die Crème de la Crème aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und Sport. Im Klartext: Von Loge zu Loge pilgern Wirtschaftskapazunder wie Frank Stronach oder Hans Peter Haselsteiner, ORF-Generalin Monika Lindner, aber auch so schillernde Persönlichkeiten wie DJ Ötzi und die Lugners mit ihrem Stargast.

Doch die 171 Wiener Traditionsbälle sind mehr als die amüsante Synthese von Walzerklängen, Smalltalk und Networking: Die Umwegrentabilität wird mit etwa 40 Millionen Euro beziffert, so Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien. Rund 12 Mio. Euro werden allein für Ballroben und -schuhe ausgegeben, knapp 6 Mio. gehen an die Caterer – die insgesamt 225.000 Ballbesucher geben im Schnitt für leibliche Genüsse 25 Euro pro Ball aus. Die Wiener Hotellerie freut sich, in der Nebensaison an die 750.000 Euro von Tanzbegeisterten zu lukrieren, Frackverleiher und Friseure streifen je 70.000 Euro ein. Jeder ausländische Gast gibt mehr als 440 Euro pro Tag aus, was sich zu einer knappen Million summiert.

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