Haselsteiner muss in Causa Züblin zum Richter: Mitaktionär bereitet jetzt Klage vor

Haselsteiner muss in Causa Züblin zum Richter: Mitaktionär bereitet jetzt Klage vor

Der Stuttgarter Anwalt Heinz Steinhübel bereitet im Auftrag der deutschen Bauunternehmerfamilie Lenz eine Klage gegen Hans Peter Haselsteiner und die von ihm geführte börsenotierte Strabag SE vor. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner neuen Ausgabe. Eberhard Lenz, dem Minderheitsaktionär der mehrheitlich zur Strabag gehörenden Baufirma Züblin, war es auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 3. Dezember gelungen, einen nach deutschem Aktienrecht "besonderen Vertreter" in Person Steinhübels zu installieren, der prüfen sollte, ob die Strabag der Züblin Schaden zufüge bzw. zugefügt habe.

"Wir werden per Klage zu beweisen versuchen, dass Hans Peter Haselsteiner Firmenzukäufe zum Nachteil der Züblin getätigt hat", so Eberhard Lenz im Gespräch mit FORMAT. Laut Lenz musste die Züblin auf Geheiß Haselsteiners die Strabag Belgien sowie die Dywidag GmbH übernehmen. "Beide sind hochproblematische, defizitäre Beteiligungen", zürnt Lenz, dessen Familie nun auf Schadenersatz klagen will. Der Strabag und Haselsteiner wird zudem vorgeworfen, der Züblin illegal Mitarbeiter abgeworben zu haben, um Strabag-Bauprojekte in Russland zu realisieren.

Strabag-Sprecher Christian Ebner weist die Vorwürfe gegenüber FORMAT zurück: "An den Anschuldigungen ist nichts dran. Alle Gerichtsurteile, die die Familie Lenz in dieser Sache bis dato angestrebt hat, fielen zu unseren Gunsten aus." Die Züblin stünde heute wirtschaftlich besser da als bei ihrer Übernahme durch die Strabag 2005, so Ebner.

Die Stuttgarter Familie Lenz hält 43 Prozent an der rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigenden Baufirma Züblin, die übrigen 57 Prozent gehören der Strabag SE mit Sitz in Villach.

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