Handy-Krieg: Nicht ohne meine Nummer

Ab 16. Oktober kann jeder, der den Handy-betreiber wechselt, seine alte Mobilnummer mitnehmen. Die Branche rüstet schon zur nächsten Schlacht.

Kunden, die ihren Handybetreiber wechseln wollen, wurde zuletzt manchmal geraten, noch bis zum 16. Oktober zu warten. An diesem Samstag beginnt am österreichischen Handymarkt eine neue Ära: Konsumenten können ihre alte Mobilnummer samt Vorwahl zum neuen Anbieter mitnehmen – und zum Beispiel auch als tele.ring-Nutzer eine 0664-Nummer haben. Viele, die den Wechsel aufgeschoben haben, werden wohl gleich in den ersten Tagen die Handyshops stürmen.

Den stürmischen Markt macht die mobile Rufnummernportierung (MNP) noch rauer. Die Newcomer wittern ihre Chance. „Die letzte Kundenfessel der Etablierten fällt“, tönt Berthold Thoma, der Chef von Hutchison „3“. tele.ring-Boss Michael Krammer rechnet mit „zusätzlichen acht bis zehn Prozent des Marktes, die sich verschieben können“. Das wären bis zu 700.000 Mobilfunk-User. Die großen Betreiber rüsten zur Abwehrschlacht. Boris Nemsic, General bei A1 Mobilkom, meint: „Tarife oder ein neues Handy sind Wechselgründe. Die Nummer spielt eine geringere Rolle. Und in der Qualität liegen zwischen uns und tele.ring Welten.“

Der Preiskampf bekommt eine neue Dynamik. Besondere Spannung verspricht, dass die MNP-Einführung noch vor dem Weihnachtsgeschäft erfolgt. Zu keiner anderen Zeit laufen so viele Handyverträge aus. Auch der in Österreich sowieso brutale Preiskampf wird durch den zusätzlichen Wechselanreiz noch weiter angeheizt. „Die Preisspirale nach unten lässt sich nicht aufhalten“, ist One-Vorstand Christian Czech überzeugt. Die Tarife nähern sich zwar immer mehr an. FORMAT-Vergleiche zwischen den Betreibern ergeben aber immer noch Unterschiede von zehn bis 20 Euro pro Monatsrechnung, wobei grob gesagt gilt: je weniger Kunden, desto billiger. T-Mobile-Boss Georg Pölzl kritisiert: „In manchen Tarifwerbungen werden falsche Fakten suggeriert. tele.ring ist nicht mehr billiger
als wir.“

Am meisten Dynamik wird die Rufnummernmitnahme bei den Businesskunden bringen. Wer viel geschäftlich telefoniert, gibt seine Nummer ungern auf. Deshalb hat A1 im Businesssegment noch immer über 60 Prozent Marktanteil (aber „nur“ gut 40 Prozent am Gesamtmarkt). Durch die Neuregelung hof-fen tele.ring und „3“, diese Vormachtstellung wenigstens leicht ins Wanken bringen zu können. Auch One-Mann Czech glaubt, „im Businessbereich jetzt leichter Fuß fassen zu können“.

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Christian Keuschnigg, Professor für Nationalökonomie an der Universität St. Gallen und Leiter des Wirtschaftspolitischen Zentrums in Wien.

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