Hammerhart: Nägel mit Köpfen

Wie bauMax und Obi in Österreich um die Gunst der Heimwerker kämpfen und wer dabei wie gut abschneidet.

Zwei Giganten stehen sich in der heimischen Baumarktbranche gegenüber, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite bauMax – ein österreichisches Familienunternehmen, dessen Chef Martin Essl heuer das dreißigjährige Firmenbestehen feiert. Auf der anderen Seite Obi – ein Riese, der europaweit mehr als sechs-
mal so viel Umsatz macht und ebenso zum deutschen Tengelmann-Handelsimperium gehört wie die Lebensmittelkette Zielpunkt und der Textildiskonter Kik. Auch Obi-Österreich-Chef Michael Vinzing ist in Feierlaune, denn der Markteintritt erfolgte vor exakt zehn Jahren.

Bis auf ihre jeweiligen Jubiläen haben die beiden Kontrahenten in Österreich aber wenig zu feiern. Nirgendwo sonst wird mit härteren Bandagen gekämpft. „Österreich hat die höchste Baumarktdichte der Welt“, erklärt Vinzing, der daran nicht ganz unschuldig ist. Denn erst
als Reaktion auf den Obi-Start musste auch bauMax sein Filialnetz erweitern. Mit fatalen Folgen für die Unternehmen: Die Quadratmeterumsätze und die Preise rasselten in den Keller. Essl: „In zehn Jahren haben sich die Verkaufsflächen verdoppelt und die Verkaufspreise halbiert.“

Dank des Flächenwachstums ist es bauMax-Boss Essl trotz des aggressiven Rivalen gelungen, die Rolle des Branchenprimus zu verteidigen. Zuletzt konnte er den Anteil am 2,3 Milliarden Euro Jahresumsatz schweren Gesamtmarkt sogar leicht auf 24 Prozent erhöhen. Das Unternehmen mit Sitz in Klosterneuburg kann auch auf einige Assets bauen: Neben dem flächendeckenden Ladennetz hilft die konsequente Werbelinie („Großer Wert, kleiner Preis“) mit, dass bauMax die bekannteste Marke seiner Branche ist.

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