Haiders Geld

Wenn sich kommenden Sonntag Punkt zehn Uhr die Mitglieder und Sympathisanten des Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) auf dem Gelände des Salzburger Flughafens zum Gründungsparteitag treffen, dann wird fast alles so sein wie damals, als die Zukunft noch blau war: Es wird Luftballons geben, Fanfaren, Einspielfilmchen, die übliche pompöse Inszenierung also, eine 90-minütige Chefrede inklusive.

Nur der Farbtupfer ist im Gegensatz zu alten FPÖ-Parteitagen neu: Der BZÖ-Konvent wird durch und durch orange sein. Knapp 100.000 Euro, so heißt es aus dem BZÖ, wird die neue Partei der Spaß kosten. Gemessen an anderen Parteitagen ist das oberer Durchschnitt – doch für eine Partei, die eigentlich noch gar kein Geld hat, ist das nicht ohne.
Denn trotz allen Gerüchten über angebliche Großinvestoren ist Jörg Haiders neue Partei – vorerst zumindest – finanziell relativ bescheiden ausgestattet. Für die 100.000-Euro-Show zum Gründungskonvent bürgte der neue Chef persönlich, sein Berater Gernot Rumpold streckte jene 60.000 Euro vor, die das BZÖ bislang in Werbematerialien – nicht nur Orangen – verpulverte.
Im Gegensatz zu alten FPÖ-Zeiten, wo die Parteioberen nicht allein spesenmäßig aus dem Vollen schöpfen konnten, wird in der neuen BZÖ ziemlich streng kalkuliert. Berater Rumpold rechnet mit einem Jahresbudget von 350.000 Euro. So viel dürfen die Infrastruktur im neuen Büro am Wiener Kärntner Ring, die Spesen der Parteichefs und die geplanten acht Mitarbeiter kosten.
Auf der Habenseite gibt es laut Rumpold bislang „ein paar tausend Euro an Kleinspenden von Unternehmern – die höchste liegt bei 10.000 Euro“. Außerdem sind da die rund 2.300 Mitglieder des BZÖ, die jeweils 35 Euro Jahresbeitrag abliefern. Macht 80.000 Euro. Und was ist mit dem Rest?

Schlüsselrolle des Klubs. Tatsächlich dürfte das BZÖ zunächst einmal eine beinahe virtuelle Partei sein. Jörg Haider hatte bereits angekündigt, dass die Hauptarbeit der Partei über die Kabinette der BZÖ-Minister und den Parlamentsklub getragen wird.
Vor allem dem Klub wird eine Schlüsselrolle zukommen. Während die Parteiförderung und die Förderung der blauen Akademie bei der alten FPÖ verbleiben wird, haben die Orangen die Gelder des Klubs fix eingeplant. Immerhin 1,976 Millionen Euro überweist die Republik jährlich an den Klub, der zwar nach wie vor den Titel „freiheitlich“ trägt, aber orange geführt wird. Auch wenn diese Gelder nur teilweise für Öffentlichkeitsarbeit verwendet werden können – die Infrastruktur, die Haider dringend für sein Bündnis braucht, ist damit in jedem Fall vorhanden. Außerdem hat der FPÖ-Klub laut Aussage von Gernot Rumpold in den vergangenen Jahren eine so genannte Wahlkampfreserve angelegt, auf die man im Fall des Falles zurückgreifen könnte. Wie hoch dieser Topf dotiert ist, wird freilich geheim gehalten.

Die ganze Story finden Sie im neuen FORMAT

Wirtschaft

Die 6 Fakten zum Ölpreis nach dem OPEC-Treffen

Digital

IT-Sicherheit: Österreichs Unternehmen hinken hinterher

Kommentar
trend Chefredakteur Andreas Lampl

Standpunkte

Andreas Lampl: Der Lockruf des Geldes