Häupl und Pröll für eine große Koalition:
Erfolgsmodell Ostregion soll Vorbild sein

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl und Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll sprechen sich in einem Doppel-Interview mit dem Nachrichtenmagazin FORMAT für eine große Koalition nach den Nationalratswahlen am 28. September aus. Die beiden Landeschefs nehmen dabei die jahrelange Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern Wien und Niederösterreich zum Vorbild, die die Ostregion zum "Trendsetter des qualitativen Fortschritts der Republik" gemacht habe.

So meint etwa Pröll im FORMAT-Interview: "Ich glaube nicht, dass die große Koalition, weil sie in den letzten Jahren nicht funktioniert hat, nun in die Geschichtsbücher verwiesen werden soll." Und weiter: "So, wie wir es unter verschärften Wettbewerbsbedingungen - partei-und landespolitischer Konkurrenz - praktizieren, sollte auch eine Regierungskonstellation auf Bundesebene in der Lage sein zu arbeiten."

Warnen vor Dreierkoalition
Beide warnen auch vor jeder Form der Dreierkoalition nach der Wahl. Häupl: "Es würde noch mehr Kompromisse geben, wäre noch komplizierter, von noch mehr finanziellen Wünschen überfrachtet." Die Kandidatur von Landeshauptmann-Kollegen und BZÖ-Spitzenkandidaten Jörg Haider kommentiert Häupl trocken: "Sie ist so skurril wie Haider selbst." Pröll warnt Haider: "Wer sich überschätzt, den bringt eine Wahl auf den Boden der Realität zurück."

Beide Landeschafs weisen außerdem jede Mitschuld am Scheitern der rot-schwarzen Bundesregierung von sich. Niemand mache aus Jux und Tollerei Politik gegen den Bund, meint Häupl. "Dass die Regierung gescheitert ist, lag im Wesentlichen an ihrer inneren Kommunikation", so Häupl weiter. Pröll dazu: "Bei uns liegt überhaupt keine Mitschuld."

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