Große Einkaufstour

Industrie-Tycoon Mirko Kovats und sein Partner Ronny Pecik steigen bei Unaxis, früher Oerlikon-Bührle, in der Schweiz ein. Sie wollen damit den ganz großen Coup landen.

Eine unspektakulär klingende Meldung ging in der Früh des 10. Februar von der Zürcher Kantonalbank hinaus. Das Institut informiert darin entsprechend den Börseregeln, dass es für einen Kunden über zehn Prozent am Schweizer Technologiekonzern Unaxis hält. Der Besitzer der Anteile hat nun bis zur nächsten Woche Zeit, sich öffentlich zu deklarieren.

Spektakulär ist, wer dahinter steckt. Wie FORMAT aus sehr verlässlichen Quellen erfuhr und aus Bankkreisen bestätigt bekam, ist die Victory AG der Wiener Unternehmer Mirko Kovats und Ronny Pecik der Käufer des Unaxis-Pakets. Auch wenn Pecik dazu nicht mehr als „kein Kommentar“ zu entlocken ist, besteht kein Zweifel: Die Victory hat in den vergangenen Wochen über die Börse in Zürich rund 14 Prozent an Unaxis erworben. Kostenpunkt: stolze 160 Millionen Euro.

100 Millionen dieser Investitionssumme sind der Reingewinn, den Kovats und sein Partner – zuletzt häufig auf Geschäftsreise in der Schweiz – beim Verkauf ihres VA-Tech-Pakets an Siemens lukrierten. Den Rest finanzierten sie, mit den Unaxis-Aktien als Sicherheit, über Schweizer Bankkredite. Erst unlängst sprach Kovats in einem Tageszeitungsinterview kryptisch von einer bevorstehenden Großakquisition: „Es handelt sich um einen großen Konzern in Westeuropa.“ Jetzt ist klar, wen er damit meinte. Nach ihrem Ausstieg aus der VA Tech, die sie komplett übernehmen wollten, was aber an der ÖIAG scheiterte, nehmen die Victory-Mannen nun einen neuerlichen Anlauf zu einem Riesencoup, diesmal in der Schweiz.

Österreicher am Weg zur Macht im früheren Oerlikon-Bührle-Konzern. Bei ihrer Einkaufstour fiel den beiden Entrepreneuren ein dicker Fisch in die Hände. Unaxis ist zwar nur in einschlägigen Industriekreisen ein Begriff. Dahinter verbirgt sich jedoch ein klingender Name. Bis zum Jänner 2000 firmierte die Gesellschaft mit Sitz in Pfäffikon unter Oerlikon-Bührle. Der berühmte Konzern mit starker Rüstungssparte beschäftigte zu Spitzenzeiten über 37.000 Leute. 1999 verkaufte Oerlikon-Bührle die Wehrtechnik und benannte die verbleibenden Technologiebereiche in Unaxis um. Aktuell erzielt die Gruppe 1,85 Milliarden Franken Umsatz, umgerechnet 1,2 Milliarden Euro, beschäftigt 6.500 Mitarbeiter und hat 80 Standorte in 25 Ländern.

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