Greenpeace des guten Geschmacks

Sulmtaler Hühner, Tiroler Grauvieh, Weingartenpfirsiche – wie Slow Food jetzt auch in Österreich bedrohte Pflanzen und Tierrassen retten will.

Wenn Barbara van Melle einen guten Schinken einkaufen will, dann führt sie der Weg fast automatisch zu dem Fleischer Roman Thum in der Margaretenstraße 126 im fünften Bezirk Wiens. Hier wird in der fünften Generation ein Beinschinken nach traditionellen Methoden erzeugt. Thums von Hand gepökelte Schinkendelikatesse erfreut sich auch unter Gourmets und Starköchen enormer Beliebtheit.
Van Melle besucht den ungewöhnlichen Metzger aber nicht nur aus reiner Genusssucht. Die bekannte ORF-Journalistin ist im Zweitberuf ehrenamtliche Leiterin des Slow-Food-Conviviums Wien und damit in Österreich eine Art Galionsfigur der inzwischen weltumspannenden Slow-Food-Organisation. Es sind Betriebe wie die Fleischhauerei Thum, die der Slow-Food-Philosophie entsprechen, wonach regionale Lebensmittel, die nach traditionellen Methoden erzeugt werden, wieder verstärkt in Umlauf gebracht werden sollen.

Slow Food, eine 1989 von dem Italiener Carlo Petrini in Paris gegründete Bewegung „zur Wahrung des Rechtes auf Genuss“ (siehe Kasten S. 109) ist heute weltweit mit mehr als 80.000 Mitgliedern aktiv. Der kulinarische Agitationskonzern, von der „New York Times“ als „Greenpeace des guten Geschmacks“ bezeichnet, führt nicht nur einen leidenschaftlichen Kreuzzug gegen die Flurschäden der weltweit um sich greifenden Coca-Cola- und Fast-Food-Mentalität, sondern rief mit dem Projekt „Arche des Geschmacks“ auch zur Rettung vom Aussterben bedrohter Pflanzen und Tierrassen auf. Auf diese Art sollen in Vergessenheit geratene regionale Delikatessen, die im Laufe der Zeit von Industrieprodukten verdrängt wurden, gefördert und letztlich wieder verstärkt in den Markt gebracht werden.

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