Grassers Spesen-Center

Ein aktueller Rohbericht des Rechnungshofes prangert Missstände im Austria Center Vienna an. Finanzminister Grasser war über die fragwürdigen Personalentscheidungen informiert.

Thomas Rupperti steht derzeit mächtig unter Druck. Der 55-jährige Alleinvorstand des Austria Center Vienna (ACV) wurde in den vergangenen Monaten von zwei Rechnungshofbeamten regelrecht gequält. Die schriftlichen Anfragen der staatlichen Spürnasen brachten den gebürtigen Hessen ordentlich ins Schwitzen.

Die Penetranz der RH-Beamten Maria Allabauer und Bernhard Kratschmer hat handfeste Gründe. Denn die Kontrollore machten im Rahmen ihrer routinemäßigen Prüfung des im Staatsbesitz befindlichen ACV jede Menge überraschende Entdeckungen: doppelt verrechnete Sitzungsgelder, eine knappe Verdoppelung der Aufsichtsratskosten, sprunghafter Anstieg der Repräsentationsausgaben sowie erhebliche Unklarheiten bei der Bestellung des jetzigen ACV-Chefs Thomas Rupperti.

Rechnungshof prüft das Austria Center. Die im Rechnungshofbericht vom 5. April 2004 über die „Überprüfung der Gebarung der Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Aktiengesellschaft“ (GZ 002.686/003-D3/04) zusammengefassten vorläufigen Prüfungsergebnisse sind aber nur die Spitze des Eisbergs.

Zusammen mit FORMAT exklusiv vorliegenden vertraulichen Aufsichtsratsprotokollen zeichnet der Rechnungshof ein erschütterndes Bild der wahren Verhältnisse im ACV. Die politische Verantwortung dafür trägt ein Mann: Finanzminister Karl-Heinz Grasser.

Als Eigentümervertreter eliminierte Grasser im Sommer 2001 den „alten“ Aufsichts-
rat und ersetzte ihn durch Vertraute, wie etwa den Villacher Rechtsanwalt Wilfried Aichinger oder den Touristiker Thomas Rupperti, der damals zum Vorsitzenden bestellt wurde.

Dann ging es erst richtig los. Denn das ACV erwies sich auch für andere Grasser-Vertraute als Goldgrube. Sowohl Kommunikationsprofi Peter Hochegger als auch Egon-Zehnder-Boss Joachim Kappel, der Grasser bereits bei der Suche nach Aufsichtsräten für die Verstaatlichtenholding ÖIAG assistierte, bekamen lukrative ACV-Aufträge.

  • Homepage. Das ACV betraute die Hochegger-Companys MarTrix und Lemon42 mit der Errichtung und Gestaltung einer brandneuen Homepage, die seit Herbst 2003 online ist. Sowohl MarTrix als auch Lemon42 erlangten als Errichter der von der Industriellenvereinigung finanzierten Grasser-Homepage einen gewissen Bekanntheitsgrad. Der Rechnungshof prüft nun, wie viel für die Erstellung der Internetsite gezahlt wurde. Grasser dazu: „Ich habe nichts mit dem Homepage-Auftrag des ACV zu tun.“

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